Herkunft und Mobilität der Studierenden an universitären Hochschulen in der Schweiz, 2024
Im Studienjahr 2023/24 entschieden sich über 80% der Studierenden, die in den Kantonen Tessin, Luzern und St. Gallen einen Hochschulzulassungsausweis erlangt hatten, für ein universitäres Bachelorstudium in einem anderen Kanton, obwohl es in ihrem Heimatkanton eine universitäre Hochschule (UH) gibt. Weniger üblich ist diese interkantonale Mobilität bei Studierenden, die vor Studienbeginn in den Kantonen Zürich, Waadt, Basel-Stadt, Basel-Landschaft und Genf wohnhaft waren. Mehr als zwei Drittel von ihnen blieben in ihrem Kanton, um dort ihr Bachelorstudium an einer UH zu absolvieren.
2023/24 besassen 29% der UH-Studierenden eine ausländische Staatsangehörigkeit sowie einen ausländischen Hochschulzulassungsausweis, bevor sie ihr Studium in der Schweiz aufnahmen. Dieser Anteil nimmt im Zeitverlauf zu. Stark vertreten sind dabei Studierende aus den Nachbarländern der Schweiz – ein Trend, der sich auch 2023/24 bestätigte.
3,6% der an einer UH immatrikulierten Studierenden besuchten im Studienjahr 2022/23 mindestens eine Veranstaltung an einer anderen Schweizer Hochschule. Diese Art der Binnenmobilität, bei der Studierende während ihres Studiums ECTS-Credits an einer Gasthochschule erwerben, wird von verschiedenen Faktoren wesentlich beeinflusst. Dazu gehören sowohl institutionelle Aspekte wie etwa Partnerschaften zwischen Hochschulen als auch die persönlichen Lebensumstände.
Diese Publikation befasst sich mit zwei Aspekten der Mobilität von Studierenden, die in zwei separaten Kapiteln beleuchtet werden. Im ersten Kapitel steht die Herkunft der UH-Studierenden im Fokus, d. h. der Kanton oder das Land, in dem sie beim Erhalt des Zulassungsausweises – der ihnen den Zugang zu einer UH in der Schweiz ermöglichte – wohnten. Unterscheidet sich der Herkunftsort vom Studienort, so spricht man von interkantonaler oder internationaler Mobilität. Die verwendeten Daten stammen aus dem Schweizerischen Hochschulinformationssystem (SHIS). Das zweite Kapitel behandelt die Mobilität von Studierenden zwischen verschiedenen UH während ihres Studiums, d. h. den Besuch einer anderen Hochschule als derjenigen, an der sie immatrikuliert sind. Die Studierenden erwerben an der Gasthochschule ECTS-Credits, erlangen dort jedoch keinen Abschluss. Als Datengrundlage dient die ASBOS-Erhebung, in der die Anzahl der ECTS-Credits erfasst wird, für die die Studierenden evaluiert wurden. Die Publikation bezieht sich ausschliesslich auf UH-Studierende, da die Fachhochschulen (FH) nicht an der ASBOS-Erhebung teilnehmen und die pädagogischen Hochschulen (PH) einen relativ geringen Anteil an internationalen Studierenden aufweisen.
1 Mobilität vor Studienbeginn
Dieses Kapitel widmet sich der Mobilität der Studierenden zwischen ihrem in- oder ausländischen Wohnort zum Zeitpunkt des Erwerbs ihres Hochschulzulassungsausweises (z. B. Maturität) und dem Studienort. Im Unterkapitel zur interkantonalen Mobilität wird der Schwerpunkt auf die Bachelorstufe gelegt, da es sich dabei um die erste Studienstufe handelt, auf der sich Personen, die in der Schweiz wohnen und zur Schule gegangen sind, nach Erlangung ihrer Hochschulzulassung einschreiben. Das Unterkapitel zur internationalen Mobilität konzentriert sich auf die Studienstufen Bachelor, Master und Doktorat, weil Personen mit ausländischer Staatsangehörigkeit und ausländischem Hochschulzulassungsausweis ihr Studium in der Schweiz auf jeder Studienstufe beginnen können.
1.1 Interkantonale Mobilität vor Studienbeginn
In diesem Unterkapitel wird untersucht, welcher Anteil der auf Bachelorstufe immatrikulierten UH-Studierenden beim Erwerb ihrer Maturität oder eines gleichwertigen Abschlusses in einem anderen Kanton wohnten als dem, in dem sie ihr UH-Studium absolvieren. Im Studienjahr 2023/24 entschieden sich 53% der nationalen Studierenden dafür, ihr Studium in einem anderen Kanton als demjenigen, in dem sie wohnten und zur Schule gingen, zu beginnen. Studierende mit Wohnsitz in einem Nicht-Universitätskanton befinden sich jedoch de facto in einer Mobilitätssituation. Daher ist es notwendig, hier zwischen den Universitätskantonen Obwohl sich der Hauptsitz des universitären Instituts «Universitäre Fernstudien Schweiz» im Kanton Wallis befindet, wird das Wallis nicht zu den Universitätskantonen gezählt. Die Halbkantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft werden als ein Universitätskanton (Basel) betrachtet. und den übrigen Kantonen zu unterscheiden.
Von den Studierenden, die bei Erlangung ihres Hochschulzulassungsausweises in einem Universitätskanton wohnhaft waren, entschied sich 2023/24 eine grosse Mehrheit der Studierenden aus den Kantonen Tessin (83%), St. Gallen (80%) und Luzern (80%) für ein Bachelorstudium an einer UH in einem anderen Kanton. Die Studierenden aus dem Tessin wählten mehrheitlich entweder eine UH im Kanton Zürich (15% die Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETHZ) und 14% die Universität Zürich) oder die Universität Freiburg (15%) oder die Universität Lausanne (12%). Die Studierenden aus St. Gallen besuchten vor allem die Universität Zürich (38%) und die ETHZ (21%), während die Studierenden aus Luzern vorwiegend an der Universität Bern (26%) und den UH im Kanton Zürich (19% an der Universität Zürich und 17% an der ETHZ) eingeschrieben waren. Ein Grund für die höhere interkantonale Mobilität der Studierenden aus den Kantonen Tessin, St. Gallen und Luzern im Vergleich zu den Studierenden aus den anderen Universitätskantonen könnte ein geringeres oder diversifiziertes Studienangebot an den UH in ihren Wohnkantonen sein. Auch bei den Studierenden, die beim Erwerb ihres Maturitätsabschlusses im Kanton Neuenburg lebten, zog es eine Mehrheit (53%) vor, für ihr Bachelorstudium den Kanton zu wechseln. 17% dieser Studierenden waren an der Universität Lausanne und 11% an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) immatrikuliert.
Die Studierenden aus den übrigen Universitätskantonen blieben meist in ihrem Wohnkanton, um ihre Ausbildung an einer UH fortzusetzen. Das traf besonders auf Studierende aus Zürich zu (84%), die mit der Universität Zürich und der ETHZ über ein sehr breites Studienangebot in ihrem Kanton verfügen, sowie auf Studierende aus den Kantonen Waadt, Basel-Stadt, Basel-Landschaft und Genf (jeweils über 70%).
Die Mehrheit der Studierenden, die bei Erlangung ihres Hochschulzulassungsausweises in einem deutschsprachigen Kanton ohne UH wohnhaft waren, entschied sich für ein Studium an der Universität Zürich. Ausnahmen bildeten die Studierenden aus Solothurn (37% studierten im Studienjahr 2023/24 an der Universität Bern), Obwalden (28% an der Universität Bern), Nidwalden (22% an der ETHZ) und Uri (23% an der Universität Bern); sie waren an einer anderen UH stärker vertreten.
Über die Hälfte (51%) der Studierenden, die vor ihrem UH-Studium in einem Westschweizer Kanton ohne UH lebten, wählten die Universitäten Freiburg und Lausanne. Für ihr Bachelorstudium zogen die Studierenden aus dem Wallis die Universitäten Freiburg (27%) und Lausanne (26%) anderen UH vor, während sich die Studierenden aus dem Jura hauptsächlich an den Universitäten Freiburg (29%), Neuenburg (27%) und Lausanne (18%) einschrieben.
Folglich spielt bei den Studierenden aus den Kantonen ohne UH die Sprache bei der Wahl ihres Studienortes eine wichtige Rolle.
1.2 Internationale Mobilität
In diesem Unterkapitel werden Statistiken zu ausländischen Personen behandelt, die vor ihrem Studium in der Schweiz einen Hochschulzulassungsausweis im Ausland erlangt haben. Dabei geht es nicht um Studierende, die an einem Austauschprogramm teilnehmen (z. B. Erasmus+), sondern ausschliesslich um solche, die an einer Schweizer Hochschule immatrikuliert sind. Im SHIS wird dabei von «Bildungsausländerinnen und Bildungsausländern» gesprochen. In dieser Publikation werden sie als «Internationale Studierende» bezeichnet.
1.2.1 Anteil internationaler Studierender
Im Studienjahr 2023/24 waren 29% der Studierenden an den UH (31% bei den Männern und 26% bei den Frauen) ausländische Staatsangehörige, die ihren Hochschulzulassungsausweis im Ausland erworben hatten. Der Anteil dieser Studierenden hat im Laufe der Zeit zugenommen und lag im Studienjahr 2023/24 rund sieben Prozentpunkte höher als 2010/11.
Der Anteil internationaler Studierender an den UH nimmt mit steigender Studienstufe zu. Im Jahr 2023/24 betrug er auf Stufe Bachelor 15% und in den Masterstudiengängen 31%. In den Doktoratsprogrammen stellten Studierende aus dem Ausland sogar die Mehrheit (56%). Dieses Phänomen lässt sich bereits seit dem Studienjahr 2013/14 beobachten.
Zwischen den Hochschulen bestehen markante Unterschiede. Im Studienjahr 2023/24 machten internationale Studierende am Hochschulinstitut für Internationale Studien und Entwicklung (IHEID, 85%), an der Università della Svizzera italiana (USI, 66%) und an der EPFL (58%) über alle Studienstufen hinweg die Mehrheit aus. An den Universitäten Luzern (15%), Freiburg (16%), Bern (18%) und Zürich (18%) hingegen hatte weniger als ein Fünftel aller Studierenden einen ausländischen Hochschulzulassungsausweis. Im Studienjahr 2023/24 verzeichneten die USI (56%) und die EPFL (49%) die höchsten Anteile internationaler Bachelorstudierender, die Universitäten Zürich (4%) und Bern (2%) die niedrigsten. Auf Masterstufe studierten am IHEID (82%), an der USI (70%) und der EPFL (62%) grossmehrheitlich internationale Studierende, während es an den Universitäten Freiburg (14%) und Bern (10%) am wenigsten gab. Bei den Doktorierenden betrug der Unterschied beim Anteil internationaler Studierender zwischen dem IHEID (91%) und der Universität Luzern (32%) 59 Prozentpunkte.
Der Anteil internationaler Studierender variiert auch zwischen den diversen Fachbereichsgruppen. So belief sich dieser Anteil im Studienjahr 2023/24 in den Technischen Wissenschaften sowie den Exakten und Naturwissenschaften auf 43% bzw. 42%, im Recht sowie in der Medizin und Pharmazie dagegen auf 14% bzw. 18%. Die starke Präsenz internationaler Studierender in den Technischen sowie den Exakten und Naturwissenschaften im Allgemeinen zeigt sich auch auf den verschiedenen Studienstufen, da diese Fachbereichsgruppen auf Bachelor-, Master- und Doktoratsstufe durchwegs die höchsten Anteile aufweisen.
1.2.2 Herkunft der internationalen Studierenden
Die Referenzbevölkerung in diesem Unterkapitel umfasst ausschliesslich die Gesamtheit der internationalen Studierenden. Im Studienjahr 2023/24 kam mehr als die Hälfte (52%) der internationalen Studierenden an den UH aus Nachbarländern der Schweiz, hauptsächlich aus Deutschland (21%), Frankreich (17%) und Italien (11%). Diese drei Nationen, die eindeutig am stärksten vertreten sind, sowie China (8%), das knapp dahinterliegt, werden im weiteren Verlauf der Analyse hauptsächlich betrachtet.
Die Verteilung der Studierenden aus Deutschland, Frankreich, Italien und China unterscheidet sich je nach Studienstufe. Im Vergleich zu ihrer Gesamtverteilung waren die deutschen Studierenden im Studienjahr 2023/24 auf Bachelorstufe leicht übervertreten (24%), bei den Masterstudiengängen jedoch untervertreten (15%). Im Gegensatz dazu waren Studierende aus Frankreich bei den Masterstudiengängen stark präsent (30%), allerdings deutlich weniger unter den Doktorierenden (9%). Der Anteil der italienischen Studierenden auf den verschiedenen Studienstufen entsprach weitgehend ihrer allgemeinen Verteilung. Studierende aus China wiederum waren im Masterstudium leicht überrepräsentiert.
Der Anteil der Studierenden aus einem bestimmten Herkunftsland (gemessen am Bestand der internationalen Studierenden) variierte ebenfalls je nach Fachbereichsgruppe. So fühlten sich deutsche Studierende eher von Wirtschaftswissenschaften (31% der internationalen Studierenden im Jahr 2023/24), Geistes- und Sozialwissenschaften (26%) sowie Medizin und Pharmazie (25%) angesprochen, während Studierende aus Frankreich in den Technischen Wissenschaften (23%) und in der Fachbereichsgruppe Interdisziplinäre und Andere (23%) stärker vertreten sind. Der Anteil italienischer Studierender war in den Wirtschaftswissenschaften (14%), den Geistes- und Sozialwissenschaften (13%) und den Technischen Wissenschaften (12%) höher als in den anderen Fachbereichsgruppen. Chinesische Studierende bevorzugten hingegen ein Studium in den Exakten und Naturwissenschaften (11%) sowie in den Technischen Wissenschaften (10%).
Die geografische Lage und die Sprachsituation der Hochschule haben einen Einfluss darauf, wie gross der Anteil der Studierenden aus Deutschland, Frankreich und Italien an den internationalen Studierenden ist. Im Studienjahr 2023/24 stammte die Mehrheit der internationalen Studierenden an der Universität St. Gallen (53%) aus Deutschland. Ein hoher Anteil an deutschen Studierenden wurde auch an den Universitäten Bern (46% aller internationalen Studierenden), Basel (45%) und Luzern (40%) verzeichnet. Besonders viele Studierende aus Frankreich waren an der EPFL (42%) sowie an den Universitäten Genf (39%) und Lausanne (36%) eingeschrieben, während italienische Staatsangehörige die grosse Mehrheit der internationalen Studierenden an der USI stellten (69%).
Chinesische Studierende waren 2023/24 an der Universität Zürich (19%), der ETHZ (13%) und dem IHEID (12%) zahlreicher vertreten als an den übrigen UH.
Die Studierenden aus anderen Ländern als den vier am stärksten vertretenen Nationen besuchten insbesondere das IHEID (70%) und die Universität Neuenburg (63%). Im Verhältnis zur Gesamtheit entschied sich ein hoher Anteil an Studierenden aus Asien (26%, davon 14% aus Indien) und Amerika (22%, davon 10% aus den USA) für ein Studium am IHEID, während überdurchschnittlich viele Studierende aus Afrika die Universität Neuenburg wählten (18%).
2 Mobilität während des Studiums
Dieses Kapitel basiert auf den Daten der ASBOS-Erhebung Der Kanton Wallis wird hier als französischsprachig betrachtet, da die Mehrheit der Bevölkerung Französisch spricht. , die evaluierte ECTS aufgeschlüsselt nach Studienort und Fachrichtung erfasst. Durch die Aufschlüsselung nach Studienort kann die Mobilität während des Studiums (siehe Definitionen) der Studierenden abgeleitet werden: Eine Person gilt als mobil, falls sie innerhalb eines Studienjahres einen Leistungsnachweis an einer Schweizer Hochschule bewerten liess, an der sie im Herbstsemester dieses Studienjahres nicht immatrikuliert war ASBOS=Anpassung der Studierendenstatistik an das Bologna-System. . Es kann sich dabei um einen Studienaufenthalt (Austauschsemester) handeln oder lediglich um einzelne Veranstaltungen, die an der Gasthochschule besucht werden, oder auch das gleichzeitige Absolvieren von zwei Studiengängen an verschiedenen Hochschulen (Doppelimmatrikulationen).
Das vorliegende Kapitel bezieht sich nur auf Studierende deren Heimhochschule eine Schweizer universitäre Hochschule (UH) ist. Die Heimhochschule entspricht der Hochschule, an der die Person im Herbstsemester immatrikuliert ist, oder, im Falle einer Doppelimmatrikulation, die Hochschule, an der die Person die meisten Credits erworben hat.
2.1 Mobilität während des Studiums nach demografischen und akademischen Merkmalen
Die Mobilitätsquote, d.h. der Anteil der UH-Studierenden, der während eines Studienjahres innerhalb der Schweiz mobil war, schwankte im Untersuchungszeitraum – von 2017/18 bis 2022/23 – zwischen 3,6% und 3,8%. Der höchste Wert von 3,8% wurde in den akademischen Jahren 2020/21 und 2021/22 während der COVID-Pandemie erreicht. 2022/23 besuchten 3,6% der UH-Studierenden mindestens eine Veranstaltung Als mobil gelten somit auch Personen, die im Frühlingssemester an einer anderen Hochschule immatrikuliert waren als im Herbstsemester und dort evaluiert wurden. an einer Gasthochschule Kleinste, unteilbare Einheit, der eine Anzahl ECTS zugeordnet werden kann (eine oder mehrere Lerneinheiten, z. B. Seminar, Vorlesung, Übung usw., immer mit einem Leistungsnachweis verbunden). .
2.1.1 Geschlecht, Bildungsherkunft, Altersklasse
und Studienstufe
Im Allgemeinen wurden nur geringe Unterschiede im Mobilitätsverhalten in Bezug auf das Geschlecht beobachtet. Frauen wiesen in fast allen untersuchten Jahren leicht höhere Mobilitätsquoten auf als Männer. Der Unterschied lag bei maximal 0,5 Prozentpunkten im Studienjahr 2020/21. Im Studienjahr 2022/23 waren Männer und Frauen gleich mobil.
Das Mobilitätsverhalten unterschied sich aber in Bezug auf die Bildungsherkunft. Untersucht wurde der Unterschied zwischen internationalen und nationalen (siehe Definitionen) Studierenden. Letztere wiesen nur im Studienjahr 2017/18 eine höhere Mobilitätsquote auf als die internationalen Studierenden. Ab 2018/19 kehrt sich der Trend um und der Abstand vergrössert sich bis auf eine Differenz von 1,1 Prozentpunkte im Studienjahr 2022/23.
Das Mobilitätsverhalten variierte ebenfalls in Abhängigkeit des Alters der Studierenden. In allen sechs untersuchten Jahren beobachtete man ein ähnliches Muster. Am wenigsten mobil waren die unter 20-Jährigen. Zwischen 1,6% und 2,0% von ihnen besuchten eine Veranstaltung an einer Gasthochschule. In dieser Alterskategorie fallen viele eintretende Studierenden, die eine noch relativ eingeschränkte Mobilitätsmöglichkeit haben.
Die höchste Mobilitätsquote wurde in der Altersklasse der 25- bis 29-Jährigen beobachtet. Je nach untersuchtem Studienjahr waren zwischen 4,5% und 5,2% von ihnen mobil. Bei den Studierenden, die älter als 30 waren, nahm die Mobilitätsquote dann wieder kontinuierlich ab. Sie lag bei den über 40-Jährigen je nach untersuchtem Studienjahr bei 2,3% bis 4,3%. Die Mobilitätsquote der Studierenden in den Altersklassen ab 25 Jahre alt nahm im Untersuchungszeitraum ebenfalls kontinuierlich ab, wobei die Klasse 40+ die grösste Einbusse erlitt (–1,6% zwischen 2017/18 und 2022/23).
Mobilitätsquoten an den UH nach Geschlecht, Bildungsherkunft, Altersklasse und Studienstufe, 2017/18 bis 2022/23T1.1
| 2017/18 | 2018/19 | 2019/20 | 2020/21 | 2021/22 | 2022/23 | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Total1 | 3,7 | 3,7 | 3,7 | 3,8 | 3,8 | 3,6 |
| Geschlecht | ||||||
| Männer | 3,6 | 3,6 | 3,6 | 3,6 | 3,7 | 3,6 |
| Frauen | 3,8 | 3,8 | 3,9 | 4,1 | 3,9 | 3,6 |
| Bildungsherkunft | ||||||
| Nationale | 3,8 | 3,7 | 3,7 | 3,8 | 3,6 | 3,4 |
| Internationale | 3,5 | 3,8 | 4,0 | 4,1 | 4,6 | 4,5 |
| Alter | ||||||
| <20< /td> | 1,6 | 2,0 | 1,9 | 1,8 | 1,7 | 1,7 |
| 20–24 | 3,4 | 3,3 | 3,5 | 3,8 | 3,9 | 3,6 |
| 25–29 | 5,2 | 5,1 | 5,0 | 4,8 | 4,5 | 4,6 |
| 30–39 | 4,5 | 4,6 | 4,3 | 4,3 | 3,7 | 3,8 |
| 40+ | 4,1 | 4,3 | 3,9 | 3,7 | 2,3 | 2,5 |
| Studienstufe | ||||||
| Bachelor | 2,6 | 2,6 | 2,7 | 2,9 | 2,6 | 2,4 |
| Master | 5,7 | 5,6 | 5,5 | 5,5 | 5,7 | 5,6 |
1 Aufgrund der zu geringen Anzahl sind die Studierenden der Diplomstufe der Lehrkräfteausbildung der Sekundarstufe II nur im Total aufgeführt.
Quelle: BFS – SHIS-studex, ASBOS
© BFS 2025
Eine mögliche Erklärung für diese unterschiedlichen Mobilitätsquoten findet sich in den Ergebnissen der Erhebung zur sozialen und wirtschaftlichen Lage der Studierenden BFS (2021): Studien- und Lebensbedingungen an den Schweizer Hochschulen, Hauptbericht der Erhebung 2020 zur sozialen und wirtschaftlichen Lage der Studierenden . Je älter die Studierenden sind, desto weniger Zeit wird für das Studium aufgewendet. Im Gegenzug wird mehr Zeit in Erwerbs-, Haus- und Familienarbeit investiert, was ein Hindernis für die Mobilität darstellen könnte.
Das Mobilitätsverhalten der UH-Studierenden unterschied sich in allen untersuchten Studienjahren in Abhängigkeit der Studienstufe. Die geringsten Mobilitätsquoten (2,4% bis 2,9%) wurden bei Bachelorstudierenden gemessen. Mobiler waren die Studierenden in den Masterstudiengängen. Hier wurden Mobilitätsquoten von 5,5% bis 5,7% beobachtet. Die Mobilitätsquoten im Bachelor waren also etwa 3 Prozentpunkte tiefer wie diejenigen im Master. Diese Beobachtung hat teilweise strukturelle Gründe. Zum einen ist das Studium auf Masterstufe oft weniger strukturiert als im Bachelor und gibt den Studierenden daher mehr Flexibilität, um Veranstaltungen an Gasthochschulen zu besuchen. Zum anderen sind viele Kooperationsprogramme, die die Mobilität zwischen den Hochschulen fördern, auf Masterstufe angesiedelt.
2.1.2 Fachbereichsgruppen und Fachbereiche der
universitären Hochschulen
An den UH konnte man 2022/23 je nach Fachbereichsgruppe und Studienstufe sehr unterschiedliche Mobilitätsquoten beobachten. Die mit Abstand höchsten Mobilitätsquoten von 10,6% verzeichneten die Studierenden der Masterstudiengänge der Fachbereichsgruppe Exakte und Naturwissenschaften, gefolgt mit 9,2% von den Masterstudierenden der Fachbereichsgruppe Interdisziplinäre und Andere.
Alle Fachbereiche der Exakten und Naturwissenschaften wiesen hohe Mobilitätsquoten auf, insbesondere der Fachbereich Exakte und Naturwissenschaften übergreifend/übrige (Bachelor: 24,7%; Master: 9,7%). Letzteres lässt sich vor allem dadurch erklären, dass es eine enge Kollaboration zwischen der Universität Lausanne und der EPFL in der Fachrichtung forensische Wissenschaften gibt. Die hohen Mobilitätsquoten der anderen zwei Fachbereiche – Exakte Wissenschaften und Naturwissenschaften – sind vor allem der engen Zusammenarbeit zwischen der Universität Zürich und der ETHZ in die Fachrichtungen Informatik, Mathematik, Biologie, Erdwissenschaften und Geographie zu verdanken.
Der Fachbereich mit den zweitmeisten mobilen Studierenden war die Technischen Wissenschaften übergreifend/übrige. Hier sind sowohl der Master in Nuclear Engineering (ETHZ – EPFL) als auch der Joint Master Computational Biology and Bioinformatics der ETHZ mit der Universität Zürich und Basel angesiedelt. Weitere erwähnenswerte Kooperationsprogramme gibt es in der Humanmedizin, Pharmazie, Recht und Wirtschaftswissenschaften. Konkret: – Humanmedizin: Joint Medical Master Uni LU und Uni SG mit der Uni ZH; Bachelor in Humanmedizin USI, der vollständig an der Uni BS oder Uni BE absolviert wird; – Pharmazie: das Bachelorprogramm an der Uni LS, das ab dem dritten Semester an der Uni GE stattfindet; – Recht: Kooperationsnetztwerk BeNeFri, Double Degree Uni ZH – Uni LS und Doppelmaster Uni NE – Uni LU; – Wirtschaft: Uni ZH – ETHZ. Für alle anderen Fachbereiche sind die Mobilitätsflüsse viel heterogener: Es gibt keine klar dominanten Mobilitätsflüsse. Allgemein finden die meisten Mobilitätsflüsse zwischen den ETHs und den kantonalen universitären Hochschulen statt (knapp 55% aller Mobilitätsflüsse gingen von oder zu einer ETHs, darunter 33% von oder zu der Universität Zürich und 11% von oder zu der Universität Lausanne.).
Die kleinsten Mobilitätsquoten sowohl im Bachelor- wie auch im Masterstudium wurden bei den Fachbereichen Veterinärmedizin, Bauwesen und Geodäsie, Maschinen- und Elektroingenieurwissenschaften und Agrar- und Forstwissenschaften beobachtet. Dies hat vor allem strukturellen Gründe, weil Veranstaltungen in diese Fachbereiche nur von einer begrenzten Anzahl von UH angeboten werden Veranstaltungen des Fachbereiches Veterinärmedizin finden nur an die Uni BE und Uni ZH statt, Bauwesen und Geodäsie nur an der EPFL, der ETHZ und der USI, Maschinen- und Elektroingenieurwissenschaften nur an der EPFL und der ETHZ, Agrar- und Forstwissenschaften nur an der ETHZ . Einzig im Fachbereich Zahnmedizin gab es überhaupt keine mobilen Studierenden, obwohl er an vier verschiedenen Hochschulen studiert werden kann (Universität Basel, Bern, Genf, Zürich). Dies könnte damit erklärt werden, dass diese Studierende eine der höchsten Studienintensität aufweisen (88% auf Bachelor- und 100% auf Masterstufe, siehe auch Kapitel 2.6), was die Möglichkeit der Mobilität einschränken könnte.
2.3 Ausmass der Mobilität
In diesem Kapitel wird untersucht, für wie viele ECTS eine Person an einer Gasthochschule evaluiert wurde. Die Analysen berücksichtigen nur die mobilen Studierenden. Für jede Person wurde der Anteil der akademischen mobilen Leistungen, die von der Gasthochschule evaluiert wurden, an den Gesamtleistungen des untersuchten Studienjahrs berechnet.
2.3.1 Geschlecht, Bildungsherkunft, Altersklasse
und Studienstufe
Im Mittel absolvierten die mobilen Studierenden im Studienjahr 2022/23 31% ihrer Studienleistungen an der Gasthochschule und 69% an der Heimhochschule. Der Anteil der mobilen Studienleistungen unterschied sich kaum nach Geschlecht oder Bildungsherkunft. Die Anteile variierten jedoch in Abhängigkeit vom Alter der Studierenden.
Mit zunehmendem Alter der mobilen Studierenden stieg auch der Anteil der mobilen Studienleistungen. Während die unter 20-Jährigen mobilen Studierenden für nur gerade 19% ihrer Studienleistungen an einer Gasthochschule evaluiert wurden, waren es bei den über 40-Jährigen 38%. Die mobilen Bachelorstudierenden wurden für durchschnittlich 26% ihrer Studienleistung an einer Gasthochschule geprüft, während es bei den mobilen Masterstudierenden 34% waren.
2.3.2 Fachbereichsgruppen und Fachbereiche an den universitären Hochschulen
Betrachtet man im Studienjahr 2022/23 die Anteile der mobilen Studienleistungen an den UH in Abhängigkeit der Fachbereichsgruppe und der Studienstufe, so fällt vor allem auf, dass die Fachbereiche mancher Fachbereichsgruppen – Geistes- und Sozialwissenschaften, Wirtschaftswissenschaften, Recht, Exakte und Naturwissenschaften und Interdisziplinäre und Andere – von einer relativ grossen Homogenität charakterisiert sind, mit Werten zwischen circa 20 und 45%, während die Fachbereichsgruppen Medizin und Pharmazie und Technische Wissenschaften viel heterogener sind. In der Tat sind in diesen beiden Gruppen sowohl die niedrigsten als auch die höchsten Werte zu finden. Die kleinsten Anteile ihrer Studienleistungen absolvierten die Bachelorstudierenden des Fachbereichs Technische Wissenschaften übergreifend/übrige (7%). Die höchsten Anteile der Studienleistungen verzeichneten die Bachelorstudierenden des Fachbereiches Humanmedizin (95%). Obwohl diese Studierendengruppen sehr tiefe Mobilitätquoten verzeichnen (0,8%), tendieren sie dazu, fast alle ihrer Credits im Rahmen der Mobilität zu erwerben. Auch die Bachelorstudierenden der Fachbereiche Bauwesen und Geodäsie (76%) sowie die Masterstudierenden des Fachbereiches Humanmedizin (57%) wiesen sehr hohe Werte von über 50% auf.
2.4 Mobilitätsflüsse innerhalb der Schweiz:
Incoming- und Outgoing-Mobilität
nach
Hochschule
In diesem Kapitel werden die Incoming- und Outgoing-Mobilitätsquoten in Abhängigkeit der Heim- und Gasthochschule präsentiert. Diese Darstellungsform zeigt den Anteil der mobilen Studierenden einer Hochschule.
2.4.1 Incoming-Mobilität an den universitären
Hochschulen
Die Incoming-Mobilitätsquote (siehe Definitionen) betrug 2022/23 an den UH durchschnittlich 4,3%. Der Wert variierte jedoch in Abhängigkeit der Hochschule. Die mit Abstand höchste Incoming-Mobilitätsquote von 9,1% verzeichnete die Universität Neuenburg. Der grösste Teil dieser Incoming-Studierenden war an der Universität Fribourg (3,2%) immatrikuliert, gefolgt von der Universität Lausanne (2,4%) und der Universität Bern (1,9%). Diese Beobachtung lässt sich mit der Tatsache erklären, dass die Universität Neuchâtel teil zwei Kooperationsnetzwerke ist: Triangle Azur – mit der Universitäten Lausanne und Genf – und BeNeFri – mit der Universitäten Bern und Fribourg. Die Wirkung von BeNeFri ist auch an der Universität Freiburg sichtbar: Sie wies einen Anteil von 3,1% Incoming-Studierender mit Heimhochschule Bern auf.
Der zweithöchste Anteil von Incoming-Studierenden wurde an der ETHZ beobachtet (6,3%). Die Studierenden kamen grösstenteils von der Universität Zürich (5,2%), was ein Zeichen für die enge Kooperation aber auch für die geographische Nähe dieser beiden Hochschulen ist.
Ähnlich ist die Situation in Lausanne. Die EPFL wies 2022/23 einen Anteil von 6,2% Incoming-Studierenden auf, die mehrheitlich an der Universität Lausanne (5,3%) immatrikuliert waren und Veranstaltungen in den Naturwissenschaften besuchten.
Auffällig ist der hohe Anteil von PH-Studierenden, die an den Universitäten Basel und Bern evaluiert wurden. Es handelt sich dabei häufig um Studierenden der künftigen Lehrkräfte entweder der Diplomstufe Sek. II oder der Sekundarstufe I der PH FHNW respektive der PH Bern. Diese Studierenden müssen je nach zukünftigem Unterrichtsfach Veranstaltungen an der Universität Basel respektive Bern besuchen.
Die tiefsten Anteile von Incoming-Studierenden verzeichneten 2022/23 die Università della Svizzera italiana (USI) und die Universitäre Fernstudien Schweiz (FS-CH; beide 0,3%).
2.4.2 Outgoing-Mobilität an den universitären
Hochschulen
Im Studienjahr 2022/23 wurden durchschnittlich 3,7% aller Studierenden, die an einer UH immatrikuliert waren, an einer anderen Hochschule für Leistungen evaluiert. Die höchste Outgoing-Mobilitätsquote (siehe Definitionen) von 6,6% verzeichnete die Universität Lausanne. Die Mehrheit der Studierenden besuchte Veranstaltungen entweder an der EPFL (3,7%) oder an der Universität Genf (1,3%). Die zweit- und dritthöchsten Outgoing-Mobilitätsquoten wurden an der Universität Zürich (5,4%) und an der Universität Neuenburg (5,0%) gemessen. Die Studierenden der Universität Zürich liessen sich grösstenteils (4,5%) an der ETHZ evaluieren. In der anderen Richtung, d. h. von der ETHZ zur Universität Zürich, waren etwas weniger Studierende mobil: die Outgoing-Mobilitätsquote betrug 3,0%. Die Studierenden der Universität Neuenburg liessen sich am häufigsten an der Universität Lausanne (2,1%) oder an der Universität Freiburg (1,5%) evaluieren.
Die Outgoing-Mobilitätsquote von Studierenden, die an der Universität Bern immatrikuliert waren und an der Universität Freiburg evaluiert wurden, war mit 2,0% ähnlich hoch, wie die Mobilitätsquote in die umgekehrte Richtung von der Universität Freiburg an die Universität Bern (2,3%).
Die tiefsten Outgoing-Mobilitätsquoten wurden im Studienjahr 2022/23 an dem Hochschulinstitut für Internationale Studien und Entwicklung (IHEID; 0,5%) sowie der Universitäre Fernstudien Schweiz (FS-CH; 0,9%) gemessen.
2.5 Mobilität nach Sprachregionen
In diesem Kapitel wird untersucht bei wie vielen Studierenden die Mobilität von der Heimhochschule an eine Gasthochschule über die Sprachgrenze hinweg erfolgte. Einige Hochschulen Uni FR, FS-CH, HEP VS, PH FR sind zweisprachig (deutsch-französisch). Mobilität von einer solchen Hochschule in den deutschen oder französischen Sprachraum oder umgekehrt wird als «Mobilität einsprachiger/zweisprachiger Raum» klassifiziert. Bleibt die Person innerhalb des zweisprachigen Raumes (z. B. Mobilität von der Universität Fribourg an die PH Fribourg), gilt sie als mobil innerhalb der Sprachregion.
Etwa 1 von 7 mobilen UH-Studierenden überquerte im Studienjahr 2022/23 eine Sprachgrenze und etwa 5 von 7 waren innerhalb derselben Sprachregion mobil. Weitere 1 von 7 Studierenden bewegten sich von einer zweisprachigen Hochschule an eine Hochschule an der nur eine dieser Sprachen gesprochen wird oder umgekehrt.
7% der Studierenden, die an einer UH im deutschsprachigen Raum immatrikuliert waren, überquerten eine Sprachgrenze (beinahe alle in den französischsprachigen Raum). Bei den Studierenden, die an einer französischsprachigen Hochschule immatrikuliert waren, war dies häufiger der Fall (22% der mobilen Studierenden, beinahe alle in den deutschsprachigen Raum). Mit Abstand am häufigsten wurde die Sprachgrenze von Studierenden überschritten, die an einer italienischsprachigen Hochschule immatrikuliert waren (93%). Dieses Resultat erklärt sich durch das Vorhandensein von nur wenigen Hochschulen in die italienische Schweiz, was die Möglichkeiten für Mobilität innerhalb der Sprachregion einschränkt. Studierende, die die Sprachregion gewechselt haben, waren häufiger auf Stufe Master immatrikuliert (77%) im Vergleich zu den anderen Studierenden (57%). Dies könnte darauf zurückzuführen sein, dass auf Stufe Master mehr Veranstaltungen auf Englisch Auf Stufe Master sind 39% der Studienangebote mindestens teilweise, davon 31% ausschliesslich, auf Englisch. Die entsprechenden Zahlen für die Bachelorstufe sind 4% und 1%. Quelle: studyprogrammes.ch angeboten werden als auf den anderen Stufen, was die sprachinterregionale Mobilität fördern könnte. Darüber hinaus wechseln Personen, die bereits bei Studienbeginn die Sprachregion gewechselt haben (vgl. Kapitel 1), auch während des Studiums häufiger die Sprachregion: Etwa die Hälfte der mobilen Studierenden, die während des Studiums die Sprachregion gewechselt haben, hat dies bereits zu Beginn ihres Studiums getan, verglichen mit nur etwa einem Drittel derjenigen, die dies während des Studiums nicht getan haben.
2.6 Zusammenhang zwischen Mobilität
und Studienintensität
In diesem Kapitel wird der Frage nachgegangen, ob ein Zusammenhang zwischen Mobilität und Studienintensität (siehe Definitionen) besteht. Zum einen, könnte Mobilität mit einer zeitlichen Belastung verbunden sein, vor allem wenn es sich um den parallelen Besuch von Veranstaltungen an zwei Hochschulen handelt. In diesem Fall könnte die Zeit, die für das Reisen zwischen den verschiedenen Veranstaltungsorten verwendet wird, sich negativ auf die Studienintensität auswirken. Zum anderen, könnte diese Zeit über eine Reduktion anderer Aktivitäten kompensiert werden oder sie könnte nicht entstehen, weil man zum Beispiel ein Austauschsemester macht.
Mobile Studierende wiesen im Durchschnitt in allen sechs untersuchten Studienjahren eine höhere Studienintensität auf als Studierende, die nicht mobil waren. Je nach Studienjahr war die Studienintensität der mobilen Studierenden zwischen 1,5 und 3,6 Prozentpunkte höher als diejenige der nicht-mobilen Studierenden. Diese Beobachtung war unabhängig von Geschlecht und Bildungsherkunft für fast alle beobachteten Studienjahre.
In allen sechs Studienjahren nahm mit zunehmendem Alter der Studierenden die Studienintensität ab. Bei den mobilen Studierenden war sie jedoch oft höher als bei Studierenden, die nicht mobil waren.
Wenn die Studienintensität in Abhängigkeit der Studienstufe betrachtet wird, wiesen die mobilen Studierenden im Durchschnitt auf Bachelor- und Masterstufe eine höhere Studienintensität auf als die nicht-mobilen Studierenden.
Global gesehen geben die Resultate also keinen Hinweis darauf, dass mobile Studierende eine tiefere Studienintensität aufweisen als nicht-mobile Studierende. Es ist eher das Gegenteil der Fall. Weshalb dies so ist, sollte weiter recherchiert werden.
3 Definitionen
Incoming Mobilität
Die Incoming-Mobilitätsquote wird berechnet als Verhältnis der Studierenden, die an einer Gasthochschule Leistungen beziehen, aber dort nicht immatrikuliert waren, zur Anzahl der an der Gasthochschule immatrikulierten Studierenden.
Internationale Studierende
Personen mit ausländischer Staatsangehörigkeit, die im Ausland wohnhaft waren, als sie ihren Hochschulzulassungsausweis erwarben.
Mobilität vor dem Studium
Mobilität zwischen dem Wohnort (Kanton oder Land), wo der Studierende den Hochschulzulassungsausweis erworben hat und den Ort der Universität, an der er zu Beginn des Studiums immatrikuliert ist.
Mobilität während des Studiums
Mobilität innerhalb der Schweiz mit dem Ziel, einzelne Studienleistungen zu absolvieren, jedoch keinen vollständigen Abschluss zu erwerben.
Nationale Studierende
Schweizer Studierenden und ausländische Staatsangehörigen, die beim Erwerb des Hochschulzulassungsausweises in der Schweiz wohnten (Bildungsinländerinnen und Bildungsinländer).
Outgoing Mobilität
Die Outgoing-Mobilität beschreibt, wie viele Studierende, die an einer Heimhochschule immatrikuliert sind, Veranstaltungen an einer anderen Hochschule (=Gasthochschule) besuchen. Sie wird hier als Mobilitätsquote dargestellt, die die Anzahl Outgoing-Studierender durch die Anzahl an der Heimhochschule immatrikulierten Studierenden teilt.
Studienintensität
Die Studienintensität wird mit Hilfe von evaluierten ECTS berechnet und als Arbeitspensum prozentual zu einem Vollzeitstudium dargestellt. In einem Vollzeitstudium (=Studienintensität von 100%) müssen sich die Studierenden für 60 ECTS pro Jahr evaluieren lassen. Teilt man daher die ECTS für die eine Person in einem Studienjahr evaluiert wurde durch 60, erhält man die Studienintensität in Vollzeitäquivalenten.
Universitäre Kantone
Kantone, die eine universitäre Hochschule beherbergen. Die Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft werden zusammen betrachtet, da sie beide für die Universität Basel zuständig sind. Der Kanton Wallis beherbergt zwar das Hochschulinstitut Universitäre Fernstudien Schweiz, wird aber aufgrund der Besonderheit der betreffenden Institution nicht zu den Universitätskantonen gezählt.