4 Sprachen bei der Arbeit

4.1 Üblicherweise bei der Arbeit gesprochene Sprachen

Auf dem Schweizer Arbeitsmarkt (ausgenommen die rätoromanische Sprachregion) wird bei der Arbeit in der Regel die Lokalsprache gesprochen. Ihr Anteil ist jedoch in den letzten zehn Jahren in allen Sprachregionen zurückgegangen. Nach den Landessprachen ist in drei der vier Sprachregionen Englisch die Sprache, die am Arbeitsplatz am häufigsten gesprochen wird. Der Anteil des Englischen hat in den letzten Jahren stark zugenommen.

2020 war Schweizerdeutsch auf dem Schweizer Arbeitsmarkt am stärksten verbreitet: 63% der Erwerbstätigen sprechen diese Sprache bei der Arbeit, gefolgt von Hochdeutsch (34%), Französisch (28%), Englisch (21%) und Italienisch (8,0%; Grafik 4.1). Portugiesisch und Spanisch werden bei der Arbeit lediglich von 2,0% bzw. 1,7% der Erwerbstätigen gesprochen. Bei der Arbeit noch weniger verbreitet sind Tessiner oder bündneritalienischer Dialekt (0,8%), Albanisch (0,8%), Serbisch oder Kroatisch (0,7%) und Rätoromanisch (0,3%). Der Anteil der anderen Sprachen beläuft sich auf 1,5% der Erwerbsbevölkerung. Mit Ausnahme des Englischen ist der Anteil der von der Erwerbsbevölkerung bei der Arbeit gesprochenen Nichtlandessprachen (6,1%) im Vergleich zu ihrem Anteil als Hauptsprache (22%) oder als zu Hause gesprochene Sprache (20%) der Bevölkerung ab 15 Jahren wesentlich tiefer. Von den Personen ohne Landessprache als Hauptsprache (11%; vgl. Kapitel 2.3) gehören 60% zur Erwerbsbevölkerung und 79% sprechen eine oder mehrere Landessprachen bei der Arbeit. 

Mit der Strukturerhebung (SE) und der Erhebung zur Sprache, Religion und Kultur (ESRK) werden Daten zu den bei der Arbeit gesprochenen Sprachen erfragt und so die Untersuchung von deren Verwendung in der Arbeitswelt ermöglicht. Der Anteil einer üblicherweise bei der Arbeit gesprochenen Sprache in Prozent wird ausgehend von der Anzahl Personen, die diese Sprache sprechen, im Verhältnis zur Erwerbsbevölkerung BFS (2017) Arbeit und Erwerb. Definitionen, Statistisches Lexikon der Schweiz. Neuchâtel bestimmt. Im Fragebogen zur SE wird folgende Frage gestellt: «Welche Sprache(n) sprechen Sie üblicherweise bei der Arbeit/an der Ausbildungsstätte?». Wie bei den Hauptsprachen können auch hier mehrere Sprachen angegeben werden (ohne Begrenzung der Anzahl). Zur Auswahl stehen die in Grafik 4.1 aufgeführten Sprachen, wobei die «anderen Sprachen» nicht weiter spezifiziert werden können.

Die Ergebnisse nach Sprachregion werden anhand des Wohnorts bestimmt: Eine Person, die im deutschen Sprachgebiet lebt und im französischen Sprachgebiet arbeitet, wird der deutschen Sprachregion zugeordnet. Grenzgängerinnen und Grenzgänger, die in den Nachbarländern wohnen und in der Schweiz arbeiten, werden in der SE nicht berücksichtigt, da sie nicht zur ständigen Wohnbevölkerung gehören.

Wie bei den Hauptsprachen und den zu Hause gesprochenen Sprachen sind in allen Sprachregionen die Landessprachen bei der Arbeit am stärksten verbreitet.

Im deutschen Sprachgebiet sprechen 83% der Erwerbstätigen bei der Arbeit üblicherweise Schweizerdeutsch, gefolgt von Hochdeutsch (43%), Englisch (21%), Französisch (8,5%), Italienisch (5,2%) und Spanisch (1,6%; Grafik 4.2). Andere Sprachen sind weniger verbreitet; zusammengenommen werden sie von 4,8% der Erwerbsbevölkerung in dieser Sprachregion verwendet. Rätoromanisch wird im deutschen Sprachgebiet von 0,2% der Erwerbsbevölkerung bei der Arbeit gesprochen (hauptsächlich im Kanton Graubünden).

Im französischen Sprachgebiet ist bei der Arbeit Französisch mit 93% vorherrschend (Grafik 4.3). Darauf folgen Englisch (20%), Hochdeutsch (6,9%), Schweizerdeutsch (4,4%), Portugiesisch (4,4%) und Italienisch (3,2%). 4,4% der Erwerbsbevölkerung sprechen bei der Arbeit eine oder mehrere andere Sprachen.

Verglichen mit der deutschen und französischen Sprachre­gion ist die Situation hinsichtlich der in der Arbeitswelt gesprochenen Sprachen im italienischen Sprachgebiet vielfältiger (Grafik 4.4). 92% der Erwerbsbevölkerung sprechen Italienisch, gefolgt von Tessiner oder bündneritalienischem Dialekt (20%), Englisch (15%), Hochdeutsch (13%), Französisch (11%) und Schweizerdeutsch (9,2%). Andere Sprachen werden bei der Arbeit nur zu deutlich kleineren Anteilen gesprochen (2,9% der Erwerbsbevölkerung).   

Wie im italienischen Sprachgebiet werden in der rätoromanischen Schweiz bei der Arbeit häufig mehrere Sprachen gesprochen (Grafik 4.5). Dabei ist nicht Rätoromanisch (58%) am ­stärksten verbreitet, sondern Schweizerdeutsch (68% der Er­­werbs­bevölkerung). Nach diesen beiden Sprachen folgen Hochdeutsch (33%) und Italienisch (18%). Die Anzahl Beobachtungen für die übrigen Sprachen ist zu gering, um sie separat darzustellen.

Je nach Wirtschaftssektor und Beruf werden am Arbeitsplatz anteilsmässig andere Sprachen gesprochen.

Schweizerdeutsch wird am häufigsten im Primärsektor (74%) und am wenigsten im Tertiärsektor (62%) gesprochen (Grafik 4.6). Der Primärsektor umfasst die Land- und Forstwirtschaft sowie die Fischerei und beschäftigt weniger als 2% der Erwerbsbevölkerung in der Schweiz (D: 1,9%; F: 1,7%; I: 1,2%; R: 8,9%). Zum Sekundärsektor gehören insbesondere die Industrie, das verarbeitende Gewerbe und das Bauwesen; in diesem Sektor arbeiten 21% der erwerbstätigen Personen (D: 22%; F: 19%; I: 16%; R: 24%). Mit 77% der Erwerbstätigen ist der Tertiärsektor am grössten. Er umfasst unter anderem den Dienstleistungsbereich, die Bildung und die Forschung (D: 76%; F: 79%; I: 82%; R: 67%). Umgekehrt ist der Anteil des Hochdeutschen im Tertiärsektor am höchsten (35%) und im Primärsektor am tiefsten (12%). Französisch wird im Primärsektor von 22% der Erwerbstätigen gesprochen und im Tertiärsektor von 29%. Der Anteil des Italienischen ist im sekundären (7,3%) und dem tertiären Sektor (8,1%) ähnlich hoch und im Primärsektor nur sehr gering (2,7%). Englisch ist im Tertiärsektor am stärksten verbreitet (22%), während der Anteil der übrigen Sprachen im Sekundärsektor am höchsten ist (8,4%).

In den drei grössten Sprachregionen ist die meistgesprochene Sprache wenig überraschend die jeweilige Lokalsprache. Der Sekundärsektor im französischen Sprachgebiet ist besonders deutlich vom Französischen geprägt (95%). Die anderen Sprachen (13%) werden hier häufiger verwendet als Englisch (12%). Im deutschen Sprachgebiet folgen auf die Lokalsprache (85%) Hochdeutsch (37%) und Englisch (16%). In der italienischen Sprachregion werden nach Italienisch (90%) am häufigsten Tessiner oder bündneritalienischer Dialekt (27%) und Englisch (11%) gesprochen. Im Tertiärsektor des französischen Sprachgebiets sind die Lokalsprache (93%) und Englisch (22%) am stärksten verbreitet. Schweizerdeutsch (4,6%) und Hochdeutsch (7,4%) werden hier seltener bei der Arbeit verwendet. Im deutschen Sprachgebiet sprechen die Erwerbstätigen des Tertiärsektors bei der Arbeit am häufigsten Schweizerdeutsch (83%), gefolgt von Hochdeutsch (45%), Englisch (23%) und Französisch (9,5%). In der italienischen Schweiz ist der Tertiärsektor hauptsächlich vom Italienischen (93%) sowie von Tessiner und bündneritalienischem Dialekt (19%) geprägt; darauf folgen Englisch (16%), Hochdeutsch (14%) und Französisch (12%).

Der Anteil der Landessprachen und des Englischen variiert je nach Berufskategorie Die Berufe werden gemäss der internationalen Standardklassifikation der Berufe (ISCO) in neun Kategorien eingeteilt. . Erwartungsgemäss werden in allen Berufskategorien die am stärksten verbreiteten Landessprachen, d. h. Schweizerdeutsch, Hochdeutsch und Französisch, am häufigsten gesprochen. Englisch ist jedoch bei den Führungskräften stärker verbreitet als Hochdeutsch und bei den akademischen und wissenschaftlichen Berufen stärker als Französisch.

4.2 Entwicklung der üblicherweise bei der ­Arbeit gesprochenen Sprachen

In diesem Kapitel wird aufgezeigt, wie sich die von der Erwerbsbevölkerung bei der Arbeit gesprochenen Sprachen im letzten Jahrzehnt entwickelt haben.

Zwischen 2010 und 2020 hat sich der Anteil der Landessprachen mit Ausnahme des Hochdeutschen verringert (Grafik 4.7). Der Anteil der Erwerbsbevölkerung, die bei der Arbeit Schweizerdeutsch spricht, ist von 67% auf 63% gesunken, Französisch verringerte sich von 29% auf 28%, Italienisch von 8,7% auf 8,0% und Rätoromanisch von 0,4% auf 0,3%. Umgekehrt ist der Anteil der Personen, die bei der Arbeit Englisch sprechen, von 17% im Jahr 2010 auf 21% im Jahr 2020 angestiegen; Hochdeutsch hat in der gleichen Zeitspanne von 32% auf 34% zugenommen. Von den anderen üblicherweise bei der Arbeit gesprochenen Sprachen verzeichnet lediglich Albanisch eine leichte Zunahme (+0,1 Prozentpunkte), während die Anteile von Portugiesisch, Spanisch, Serbisch und Kroatisch sowie der Kategorie «andere Sprachen» seit 2010 stabil geblieben sind. In den einzelnen Sprachregionen geht der Rückgang der bei der Arbeit gesprochenen Landessprachen in der gleichen Zeitspanne mit einer Abnahme der Lokalsprachen einher. Schweizerdeutsch wurde 2020 im deutschen Sprachgebiet nur noch von 83% gesprochen (2010: 89%); Französisch und Italienisch haben ebenfalls abgenommen. Umgekehrt verzeichnet Hochdeutsch ein Plus.

Im französischen Sprachgebiet sinkt der Anteil der Landessprachen in der Arbeitswelt ebenfalls, während jener des Englischen zwischen 2010 und 2020 zugenommen hat (von 18% auf 20%). Der Anteil des Französischen ist von 96% auf 93% gesunken, jener der übrigen Sprachen von 8,2% auf 8,1%.

Seit 2010 verringert sich im italienischen Sprachgebiet der Anteil des Italienischen und des Tessiner oder bündneritalienischen Dialekts bei der Arbeit ebenso wie jener des Schweizerdeutschen, des Hochdeutschen und des Französischen. Umgekehrt ist Englisch von 11% auf 15% angestiegen. Im gleichen Zeitraum hat auch der Anteil des Hochdeutschen zugenommen und wird von einem Drittel der Erwerbspersonen bei der Arbeit gesprochen (2020). Italienisch und Englisch haben ebenfalls an Bedeutung gewonnen.

4.3 Mehrsprachigkeit am Arbeitsplatz

Nachfolgend werden die Anzahl der üblicherweise bei der Arbeit gesprochenen Sprachen nach verschiedenen soziodemografischen Merkmalen sowie deren Verwendung als einzige Arbeitssprache oder in Kombination mit anderen Sprachen beleuchtet.

Der Schweizer Arbeitsmarkt entwickelt sich hauptsächlich in einem einsprachigen Kontext. Pandolfi E. M., Casoni M., Bruno D. (2016): Le lingue in Svizzera, Osservatorio Linguistico della Svizzera Italiana. Nahezu drei Viertel der Erwerbsbevölkerung verwenden üblicherweise bei der Arbeit nur eine Sprache. 18% sprechen im Arbeitsumfeld zwei Sprachen und 7,9% mindestens drei Sprachen (Grafik 4.8). Dennoch ist Mehrsprachigkeit bei der Arbeit stärker verbreitet als bei den Hauptsprachen. 2020 gaben 16% der ständigen Wohnbevölkerung an, mindestens zwei Hauptsprachen zu sprechen. Werden die Personen, die bei der Arbeit sowohl Schweizer- als auch Hochdeutsch bzw. sowohl Italienisch als auch Tessiner oder bündneritalienischen Dialekt sprechen, separat betrachtet, beläuft sich der Anteil der Erwerbsbevölkerung mit einer einzigen Arbeitssprache auf 62%, jener mit zwei auf 22% und jener mit mindestens drei auf 16%.

Mehrsprachigkeit bei der Arbeit hängt insbesondere vom Geschlecht, vom Alter und vom Bildungsstand ab. 28% der Männer und 23% der Frauen sprechen bei der Arbeit üblicherweise mehr als eine Sprache (Grafik 4.9).  

Bei den Erwerbspersonen von 15 bis 24 Jahren sprechen 23% üblicherweise mehrere Sprachen bei der Arbeit (Grafik 4.10). Am höchsten ist der Anteil der Personen mit mehreren Arbeitssprachen bei der Altersgruppe der 25- bis 44-Jährigen mit 28%. In den höheren Altersklassen verringert sich der Anteil wieder.

Ein Fünftel der Erwerbspersonen ohne nachobligatorische Ausbildung (21%) oder mit einem Abschluss auf Sekundarstufe II (20%) spricht bei der Arbeit üblicherweise mehrere Sprachen. Bei der Erwerbsbevölkerung mit einem Tertiärabschluss ist es nahezu ein Drittel (32%).

Die Zahl der am Arbeitsplatz gesprochenen Sprachen wird auch vom Migrationsstatus beeinflusst. 31% der Erwerbsbevölkerung mit Migrationshintergrund der ersten Generation und ein Drittel derjenigen der zweiten Generation sprechen bei der Arbeit mehrere Sprachen, gegenüber 21% der Erwerbspersonen ohne Migrationshintergrund. Von der Erwerbsbevölkerung mit Migra­tionshintergrund der zweiten Generation sprechen 13% sogar mehr als zwei Sprachen. Dies trifft auf 9% der ersten Generation und auf 7% der Erwerbspersonen ohne Migrationshintergrund zu.

Die Mehrsprachigkeit steht zudem in Zusammenhang mit dem ausgeübten Beruf (Grafik 4.11). Der Anteil der Personen, die bei der Arbeit üblicherweise mehrere Sprachen sprechen, ist bei den Führungskräften (35%) sowie bei den akademischen und wissenschaftlichen Berufen (33%) am höchsten. Bei den Fachkräften in der Landwirtschaft (8,2%) und den Handwerks- und verwandten Berufen (15%) ist der Anteil geringer. Über ein Viertel der Erwerbspersonen der Berufskategorien «Techniker/innen und gleichrangige nichttechnische Berufe» (27%) sowie «Bürokräfte und verwandte Berufe» (26%) sprechen bei der Arbeit mehrere Sprachen.

Welche Sprachen werden als einzige Arbeitssprache gesprochen, welche in Kombination mit anderen? Die Mehrheit (52%) der Erwerbspersonen spricht bei der Arbeit üblicherweise Schweizerdeutsch bzw. Hochdeutsch (Grafik 4.12). Diese Sprachen werden von 35% bzw. 5,7% der Erwerbstätigen als einzige Arbeitssprache verwendet. 16% der Erwerbsbevölkerung sprechen bei der Arbeit ausschliesslich Französisch, 3,1% ausschliesslich Englisch und 2,8% ausschliesslich Italienisch (einschliesslich Tessiner oder bündneritalienischer Dialekt). Die übrigen Sprachen machen weniger als ein Prozent aus, wenn am Arbeitsplatz nur eine Sprache gesprochen wird. Im Vergleich zu 2010 hat der Anteil des Schweizerdeutschen als alleinige Arbeitssprache um 3,1 Prozentpunkte abgenommen, während jener des Hochdeutschen um 1,7 Prozentpunkte gestiegen ist. Die Anteile des Englischen und der übrigen Sprachen haben um 1,9 bzw. 0,2 Prozentpunkte zugenommen.

Wenn in der Schweiz am Arbeitsplatz üblicherweise zwei Sprachen gesprochen werden, sind dies am häufigsten Deutsch und Englisch (8,3% der Erwerbstätigen), gefolgt von den Kombinationen Deutsch-Französisch (2,5%) und Französisch-Englisch (2,2%; Grafik 4.13). Im Vergleich zu 2010 nehmen Kombinationen mit Englisch zu, während jene mit Landessprachen (Deutsch-Französisch oder Deutsch-Italienisch) zurückgehen. Die häufigste dreisprachige Kombination bei der Arbeit ist Deutsch-Französisch-Englisch (2,9%). 2,2% der Erwerbstätigen sprechen üblicherweise bei der Arbeit mindestens vier Sprachen.

Die Mehrsprachigkeit und die Sprachkombinationen unter­scheiden sich je nach Sprachregion. Im deutschen Sprachgebiet sprechen 70% der Erwerbsbevölkerung bei der Arbeit ausschliesslich Deutsch (47% nur Schweizerdeutsch und 7,6% nur Hochdeutsch). Die häufigsten Kombinationen sind Deutsch-Englisch (11%) und Deutsch-Französisch (2,4%). Im französischen Sprachgebiet wird die Lokalsprache von 69% als einzige Arbeitssprache verwendet. Die Kombinationen Französisch-Englisch (9,2%) und Französisch-übrige (3,9%) sind am stärksten verbreitet. 70% der Erwerbsbevölkerung im italienischen Sprachgebiet sprechen am Arbeitsplatz ausschliesslich die Lokalsprache. Die häufigsten Sprachkombinationen sind Deutsch-Italienisch (6,2%) und Italienisch-Englisch (4,9%). In dieser Sprachregion verwenden 3,9% der Erwerbsbevölkerung bei der Arbeit mehr als drei Sprachen, gegenüber 2,3% im deutschen und 1,6% im französischen Sprachgebiet.

Formen des Sprachgebrauchs bei der Arbeit

54% der Erwerbstätigen verwenden in einer Arbeitswoche nur eine Sprache, 32% verwenden mindestens einmal pro Woche zwei Sprachen und 14% mehr als zwei Sprachen für irgendeine Art der Kommunikation (2019; Grafik 4.14). Die ESRK-Ergebnisse zu den Arbeitssprachen sind nicht direkt mit jenen der SE vergleichbar, da in der ESRK alle Formen des Sprachgebrauchs (Sprechen, Schreiben und Lesen) berücksichtigt wurden. 30% sprechen regelmässig zwei Sprachen, 12% mehr als zwei. 26% der Erwerbstätigen lesen regelmässig in zwei Sprachen, 9,4% in mehr als zwei. Schriftlich verwenden 23% der Erwerbsbevölkerung bei der Arbeit regelmässig zwei Sprachen und 7,5% drei und mehr. 8,9% lesen nicht regelmässig bei der Arbeit; Gleiches gilt bei 11% fürs Schrei­ben.   

In der Strukturerhebung (SE) werden nur die üblicherweise bei der Arbeit gesprochenen Sprachen berücksichtigt. Die Erhebung zu Sprache, Religion und Kultur (ESRK) geht hier etwas weiter, da zwischen den verschiedenen Formen des Sprachgebrauchs – Sprechen, Schreiben und Lesen – unterschieden wird. Die Fragen zu den Arbeitssprachen werden in der ESRK wie folgt formuliert: «Welche Sprache brauchen Sie, sei es schriftlich, mündlich oder beim Lesen? Sie können mehrere Sprachen angeben.» Die Häufigkeit der Verwendung wird für den Gebrauch zum Sprechen, Schreiben und Lesen für jede der Arbeitssprachen erfragt.

Mit «bei der Arbeit regelmässig verwendete Sprache» werden Sprachen bezeichnet, die mindestens einmal pro Woche am Arbeitsplatz gesprochen, geschrieben oder gelesen werden.

Hochdeutsch wird häufiger gelesen (67%) und geschrieben (64%) als gesprochen (59%; Grafik 4.15). Schweizerdeutsch wird mündlich ebenso oft verwendet (60%) wie Hochdeutsch (59%). Das Lesen und der schriftliche Gebrauch des Schweizerdeutschen am ­Arbeitsplatz wurden nicht erhoben. Französisch wird am häufigsten gesprochen (32%), dann gelesen (30%) und geschrieben (28%). Englisch wird bei der Arbeit gleich häufig mündlich und zum Lesen verwendet (30%), aber seltener geschrieben (26%). Italienisch wird in der Arbeitswelt öfter gesprochen (9,5%) als gelesen (6,7%) oder geschrieben (6,1%).