Haushaltsbudget: Einkommen
Über sämtliche Haushalte gemittelt stellen die Erwerbseinkommen mit 75% den Hauptpfeiler des Haushaltseinkommens dar. Der zweite wichtige Pfeiler bilden die Renten aus der 1. und 2. Säule sowie weitere Sozialleistungen mit 19%. Die restlichen Anteile bilden Vermögenseinkommen sowie Übertragungen von anderen Haushalten.
Das Bild wird differenzierter, wenn die Zusammensetzung des Haushaltseinkommens nach Haushaltstyp betrachtet wird. Dabei zeigt sich, dass beispielsweise bei Haushalten ab 65 Jahren die Renteneinkommen zwar dominieren, die Erwerbseinkommen und vor allem die Vermögenseinkommen aber eine nicht unwesentliche Rolle spielen.
Die Einkommen aus Überweisungen von anderen Haushalten schliesslich stellen nur bei spezifischen Haushaltstypen eine wichtige Einkommensquelle dar wie beispielsweise bei den Einelternhaushalten mit 11%.
Haushaltsbudget: Ausgaben
Auf der Ausgabenseite variiert die Zusammensetzung weniger ausgeprägt. Den grössten Posten bilden mit 29% des Bruttoeinkommens die obligatorischen Abzüge. Den grössten Posten im Bereich der Konsumausgaben bilden Ausgaben fürs Wohnen mit 15%. Weitere grössere Posten bilden die Ausgaben für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke, für Verkehr sowie für Unterhaltung, Erholung und Kultur.
Nach Abzug sämtlicher Ausgaben bleiben im Durchschnitt 15% des Bruttoeinkommens als Sparbetrag übrig. Je nach Haushaltstyp zeigen sich hier aber deutliche Unterschiede. Haushalte ab 65 Jahren weisen im Durchschnitt einen tieferen Sparbetrag auf als jüngere. Manchmal liegt dieser sogar im Minus. Das heisst, diese Haushalte leben unter anderem vom Vermögen.
Die Haushaltsausgaben
im Verlaufe der Zeit
Die Zusammensetzung der Haushaltsausgaben hat sich im Verlaufe der Zeit stark geändert. Diese Veränderungen sind deutlich grösser als die Unterschiede zwischen den Haushalten heute. So ist zum Beispiel der Anteil der Ausgaben für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke von 35% am Total der Ausgaben im Jahr 1945 auf 7% heutzutage zurückgegangen. Im Gegenzug hat der Anteil anderer Ausgaben zugenommen, wie zum Beispiel derjenige der Ausgaben für Verkehr von etwa 2% auf 8%.
Ausrüstung mit Konsumgütern
Die Darstellung der Ausrüstung mit einer Auswahl von dauerhaften Konsumgütern zeigt, dass Haushalte in der Schweiz im Bereich der Güter der Informationstechnologien recht gut ausgestattet sind. So leben 96% aller Personen in einem Haushalt, der über einen Computer verfügt, und 98% in einem mit Mobiltelefon. Diese Anteile sind nach wie vor im Steigen: 1998 lebten erst 55% aller Personen in einem Haushalt mit Computer. Auch im Bereich der Haushaltsgeräte wie Geschirrspüler, Waschmaschine und Wäschetrockner ist eine Zunahme zu beobachten. Während 2018 88% aller Personen in einem Haushalt mit Geschirrspüler leben, waren es 1998 erst 61%.
Materielle Entbehrungen
Wer ein dauerhaftes Konsumgut nicht besitzt, verzichtet nicht zwingend aus finanziellen Gründen darauf. 2018 mussten weniger als 2% der in der Schweiz wohnhaften Personen aufgrund ihrer finanziellen Situation auf einen Computer verzichten; bei den Autos für den Privatgebrauch betrug dieser Anteil 5%. Eine der häufigsten materiellen Entbehrungen wurde durch mangelnde finanzielle Reserven verursacht: 20,7% der Personen in Privathaushalten waren nicht in der Lage, eine unerwartete Ausgabe in der Höhe von 2500 Franken zu tätigen. Relevant sind auch die Entbehrungen, welche die wahrgenommenen Beeinträchtigungen bezüglich der Wohnumgebung betreffen: 17,2% der Bevölkerung sehen sich Lärmbelästigungen durch Nachbarn oder von der Strasse ausgesetzt, 7,9% geben an, mit Problemen der Kriminalität, Gewalt oder Vandalismus konfrontiert zu sein und 9,9% mit Feuchtigkeitsproblemen. Ausserdem konnte sich 9,6% der Bevölkerung nicht jedes Jahr eine Woche Ferien weg von zu Hause leisten.
Finanzielle Armut und Armutsgefährdung
In der Schweiz waren im Jahr 2018 7,9% der ständigen Wohnbevölkerung in Privathaushalten von Einkommensarmut betroffen. Dies entspricht rund 660 000 Personen. Die durchschnittliche Armutsgrenze, die auf dem sozialen Existenzminimum basiert, betrug für eine Einzelperson 2286 Franken pro Monat und für zwei Erwachsene mit zwei Kindern 3968 Franken. Nach dem relativen Armutsgefährdungskonzept waren 13,9% oder rund 1 165 000 Personen armutsgefährdet. Die entsprechende Armutsgefährdungsschwelle (60% des verfügbaren medianen Äquivalenzeinkommens) lag bei 2495 Franken pro Monat für eine Einzelperson resp. 5240 Franken für zwei Erwachsene mit zwei Kindern.
Armut der Erwerbstätigen
Personen in Haushalten mit hoher Erwerbspartizipation weisen generell die tiefsten Armutsquoten auf. Eine erfolgreiche Integration in den Arbeitsmarkt bietet in der Regel einen wirksamen Schutz vor Armut. Dennoch waren 2018 3,7% oder rund 133 000 Personen trotz Erwerbsarbeit von Armut betroffen. Armut bei Erwerbstätigen lässt sich vor allem im Hinblick auf die (längerfristige) Sicherheit und Unsicherheit der Erwerbssituation beschreiben: Sofern Arbeitsbedingungen und Arbeitsformen eindeutig oder tendenziell als unsicher einzustufen sind, ist auch die Armutsbetroffenheit grösser.
Ungleichheiten bei der Einkommensverteilung
Die Ungleichheiten bei der Einkommensverteilung werden auf der Basis des verfügbaren Äquivalenzeinkommens analysiert. Dieses wird wie folgt berechnet: Die obligatorischen Ausgaben des Haushalts werden vom Bruttoeinkommen abgezogen, und das sich daraus ergebende verfügbare Einkommen wird durch die Äquivalenzgrösse des Haushalts dividiert. Das verfügbare Äquivalenzeinkommen ist demnach ein Index für den Lebensstandard der einzelnen Personen, unabhängig davon, in welchem Haushaltstyp sie wohnen. Im Jahr 2018 war das verfügbare Äquivalenzeinkommen der wohlhabendsten 20% der Bevölkerung 4,3 Mal so hoch wie jenes der ärmsten 20%.
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