Industrie und Dienstleistungen

Mehr als 99% der Unternehmen sind KMU

Über 99% aller Unternehmen in der Schweiz sind KMU, d.h. kleine und mittlere Unternehmen mit weniger als 250 Beschäftigten. Der Anteil der Mikrounternehmen (weniger als 10 Beschäftigte) war 2018 im Dienstleistungssektor grösser als im Sekundärsektor (90,6% gegenüber 80,1%). Entsprechend unterschiedlich ist auch die durchschnittliche Unternehmensgrösse (Dienstleistungssektor: 7,2 Beschäftigte; Sekundärsektor: 12,2 Beschäftigte). Insgesamt sind von den Beschäftigten mehr als zwei Drittel in KMU tätig, etwa ein Drittel in grossen Unternehmen (ab 250 Beschäftigte). Etwas mehr als ein Viertel der Arbeitsplätze (25,7%) entfällt auf Mikrounternehmen, mehr als ein Fünftel (21,4%) auf Unternehmen mit 10 bis 49 Beschäftigten. 2018 betrug bei den marktwirtschaftlichen Unternehmen der Anteil des Tertiärsektors an der Gesamtbeschäftigung 72,2%. Insgesamt gab es in marktwirtschaftlichen Unternehmen 157 003 Beschäftigte im primären, 1 100 708 im sekundären und 3 263 308 im tertiären Sektor. Am meisten Beschäftigte entfallen bei den marktwirtschaftlichen Unternehmen auf das Gesundheitswesen und den Detailhandel (rund 415 513, bzw. 341 628 Beschäftigte).

Marktwirtschaftliche Unternehmen, Beschäftigte nach Branchen

2018
gemäss NOGA 2008, in 1000 Unternehmen Beschäftigte
Total 592,7 4 521,0
Sektor 1 52,3 157,0
Sektor 2 90,3 1 100,7
davon:
Herst. von Nahrungsmitteln, Getränke und Tabakerzeugnissen 4,5 98,6
Herstellung von Textilien, Bekleidung und Lederwaren 2,5 14,7
Herstellung von Holzwaren, Papier und Druckerzeugnissen 9,5 65,9
Herstellung von pharmazeutischen Erzeugnissen 0,7 30,1
Herstellung von Metallerzeugnissen 7,3 86,9
Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten und Uhren 2,0 113,0
Herstellung von elektrischen Ausrüstungen 0,8 31,5
Energieversorgung 0,8 31,1
Hoch- und Tiefbau 9,3 110,5
Sektor 3 450,2 3 263,3
davon:
Grosshandel 22,7 226,9
Detailhandel 34,4 341,6
Beherbergung 5,3 74,2
Gastronomie 23,0 171,0
Erbringung von Dienstleistungen der Informationstechnologie 16,9 100,2
Erbringung von Finanzdienstleistungen und Versicherungen 6,5 180,2
Architektur- und Ingenieurbüros 24,7 130,8
Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen 3,4 19,9
Gesundheits- und Sozialwesen 66,2 465,7

Unternehmensdemografie 2018

Wirtschaftsabteilungen (NOGA 2008) Neue
Unternehmen
Durch neue Unt. geschaffene Stellen Wachstumsstarke Unternehmen
Total 39 608 54 052 4 440
Sektor 2 5 048 8 196 1 026
Industrie und Energie 1 861 2 793 570
Baugewerbe 3 187 5 403 456
Sektor 3 34 560 45 856 3 414
Handel und Reparaturen 4 332 5 987 516
Verkehr und Lagerei 1 099 1 440 204
Gastgewerbe, Beherbergung 1 310 2 785 281
Information und Kommunikation 2 424 3 397 310
Finanz- und Versicherungs­dienstleistungen 1 365 2 052 192
Immobilienwesen, wirtschaftliche Dienstleistungen 3 555 5 298 516
Freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen 8 561 10 543 621
Unterrichtswesen 1 975 2 261 148
Gesundheits- und Sozialwesen 4 530 5 385 418
Kunst, Unterhaltung und Erholung 2 108 2 941 139
Sonstige Dienstleistungen 3 301 3 767 69

Insgesamt wuchs die Produktion im sekundären Sektor (Industrie und Baugewerbe) zwischen 2004 und 2019 um 35,2%. Die Entwicklung ist stark konjunkturabhängig. 2007 wurde die Schweizer Wirtschaft von der Finanzkrise erfasst und Anfang 2015 durch den Entscheid der Schweizerischen Nationalbank getroffen, die Bindung des Schweizer Frankens an den Euro aufzugeben. Letzteres führte zur Verteuerung der Schweizer Produkte relativ zum Ausland und dadurch zum Rückgang der Absätze der vorwiegend exportorientierten Industrie. Während im Jahr 2015 fast alle Branchen gegenüber dem Vorjahr Einbussen in der Produktion hinnehmen mussten, verbesserte sich die Lage 2016. Im Jahr 2018 hatten sich fast alle Branchen wieder erholt. Die Produktion des sekundären Sektors stieg 2019 zwar weiterhin an (+3,5%), aber nur knapp die Hälfte der Branchen verzeichnete positive Zahlen.

Beschäftigung

Zwischen 2010 und 2019 fiel die Beschäftigung in der Industrie um 1,6%. Zwischen dem 1. Quartal 2010 und dem 2. Quartal 2012 legte sie leicht zu. Im Jahr 2013 verschlechterte sich die Lage aber etwas. Mit der Aufhebung des Euro-Franken Mindestkurses Anfang 2015 ging die Beschäftigung in der Industrie bis zum ersten Quartal 2017 stark zurück. Nach drei Jahren mit rückläufiger Beschäftigung (2015–2017) stieg die Beschäftigung im Jahr 2018 erstmals wieder an. Das Wachstum hielt auch im Jahr 2019 an. Von 2010 bis 2019 nahm die Beschäftigung im Baugewerbe um 8,7% zu. Im selben Zeitraum wuchs die Beschäftigung im tertiären Sektor um 15%.

DetailhandelsumsätzeVeränderung gegenüber dem Vorjahr in %

2015 2016 2017 2018 2019
Total nominal −3,2 −1,8 −0,5 0,3 0,2
real −1,4 −1,2 −0,5 −0,1 0,3
davon:
Nahrungsmittel, Getränke, nominal −1,4 0,2 −0,2 1,5 0,3
Tabakwaren real −0,7 0,0 −0,6 −0,2 0,0
Nicht-Nahrungsmittel nominal −3,3 −3,3 −1,2 −1,4 0,7
(ohne Treibstoffe) real −0,8 −1,6 −0,1 −0,9 1,0
Treibstoffe nominal −14,5 −5,3 3,7 3,9 −2,9
real −1,1 0,4 −3,5 −4,3 −1,3
Total ohne Treibstoffe nominal −2,4 −1,6 −0,7 0,1 0,5
real −0,8 −1,0 −0,6 −0,2 0,5

Detailhandel

Der Schweizer Detailhandel musste nach Jahren starken Umsatzanstiegs (2002–2008) im Jahre 2009 im Zuge der globalen Finanzkrise leichte Einbussen hinnehmen. In den Folgejahren wurden zunehmend kleinere Umsatzanstiege verzeichnet. Das Wachstum fand im Jahr 2015 ein jähes Ende. Grund war die Aufwertung des Schweizer Frankens gegenüber dem Euro und die damit verbundene Verteuerung von Schweizer Produkten, was u.a. zu vermehrtem Einkaufstourismus führte. Nach starken Umsatzrückgängen in den Folgejahren stiegen die nominalen Umsätze 2018 und 2019 wieder leicht an.

Aussenhandel: die wichtigsten Güter in Millionen Franken

Einfuhr Ausfuhr
2000 2018 2019 2000 2018 2019
Total 139 402 273 389 276 058 136 015 303 886 311 977
davon:
Nahrungs- und Genussmittel 7 197 10 862 10 784 3 239 8 980 9 056
Textilien, Bekleidung, Schuhe 8 905 11 662 11 975 3 891 4 863 4 984
Chemikalien 21 899 50 159 52 705 35 892 104 372 114 575
Metalle 10 735 15 907 14 942 10 892 14 402 13 585
Maschinen, Elektronik 31 583 32 079 32 002 37 137 33 520 32 064
Fahrzeuge 14 903 19 299 19 503 3 054 5 020 5 652
Uhren 1 622 4 007 3 789 10 297 21 180 21 718

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