Statistik der Unternehmensgruppen (STAGRE)
Statistik der Unternehmensgruppen (STAGRE)

Statistik der Unternehmensgruppen (STAGRE)

Portrait der Unternehmensgruppen in der Schweiz 2014–2018

Mit der Statistik der Unternehmensgruppen stellt das ­Bundesamt für Statistik (BFS) umfassende Zahlen zu Schweizer Unternehmen, die Teil einer Unternehmensgruppe sind, zur Verfügung. Die Bedeutung der Unternehmensgruppen ist über den beobachteten Zeitabschnitt weitgehend stabil geblieben, wobei es bedeutende Verschiebungen bezüglich der Sitzländer der ausländisch kontrollierten multinationalen Unternehmen gab. Die Wirtschaftsbranchen, in denen Einheiten multinationaler Unternehmen tätig sind, unterscheiden sich zwischen den Schweizer Grossregionen teilweise beträchtlich.

1 Einleitung

Mit der im Jahr 2018 erstmals veröffentlichten Statistik der Unternehmensgruppen (STAGRE) ergänzte das BFS das Angebot der strukturellen Unternehmensstatistik. Die STAGRE stellt einerseits Informationen zur Anzahl der Einheiten und Beschäftigten in Unternehmensgruppen mit einem Gruppenoberhaupt im Ausland zur Verfügung, sodass die Aktivitäten und Bedeutung von ausländisch kontrollierten Unternehmen in der Schweiz beziffert werden können. Andererseits erlaubt sie – da sie nebst den ausländischen Unternehmensgruppen auch jene unter inländischer Kontrolle erfasst – den Stellenwert der multinationalen Unternehmen und der Unternehmensgruppen im weiteren Sinne für die Schweizer Unternehmenslandschaft abzuschätzen. Weitere Analysemöglichkeiten zum Thema der Integration der Schweiz in die Weltwirtschaft ergeben sich dadurch, dass die STAGRE umfassende Daten zu Importen und Exporten von Waren beinhaltet.

Eine Reihe von Erkenntnissen aus der Analyse der Daten der STAGRE wurde bereits anlässlich der erstmaligen Veröffentlichung dieser Statistik im Dezember 2018 publiziert. Portrait der Unternehmensgruppen in der Schweiz 2014–2017, Bundesamt für Statistik, Neuchâtel, Dezember 2018 Die vorliegende Publikation stellt eine Aktualisierung und Erweiterung der damaligen Analyse dar. Der Fokus wird nun stärker auf die multinationalen Unternehmensgruppen gelegt, Rein inländische Unternehmensgruppen (die ebenfalls zur Grundgesamtheit der STAGRE zählen) rücken damit in den Hintergrund der vorliegenden Analyse. Dies steht in Kontrast zur letztjährigen Publikation, in der die Unterscheidung zwischen rein inländischen und inländischen multinationalen Unternehmensgruppen noch nicht verfügbar war. Die beiden Typen wurden deshalb zusammengefasst als «Unternehmensgruppen unter inländischer Kontrolle» ausgewiesen. und zum ersten Mal erfolgt eine Auswertung von Resultaten nach geographischen Kriterien, nämlich auf Ebene der sieben Grossregionen der Schweiz. Die aktuell verfügbaren Daten der STAGRE umfassen die Referenzjahre 2014 bis 2018 und erlauben somit – unter Vorbehalt der kurzen Zeitspanne – eine Abschätzung von Tendenzen. Die Daten für das Referenzjahr 2018 gelten als provisorisch.

2 Begriffe, Definitionen und Quellen

Im Zentrum der STAGRE steht naturgemäss der Begriff der Unternehmensgruppe. Von einer solchen wird gesprochen, wenn eine Einheit (das Gruppenoberhaupt) eine oder mehrere andere Einheiten (Tochterunternehmen) kontrolliert. Weitergehende Ausführungen dazu sowie zur Unterscheidung der verschiedenen Typen von Unternehmensgruppen finden sich im Kasten «Statistik der Unternehmensgruppen (STAGRE) – Überblick». Die zur Erstellung von Statistiken zu Unternehmensgruppen gebräuchlichen Konzepte und Definitionen sind international harmonisiert. Die STAGRE entspricht insbesondere den Vorgaben von Eurostat im Bereich der «Foreign AffiliaTes Statistics» (FATS). Siehe «Foreign AffiliaTes Statistics (FATS) Recommendations Manual – 2012 Edition», Eurostat, Luxembourg

Gegenstand der STAGRE sind die Aktivitäten der in der Schweiz ansässigen Einheiten von Unternehmensgruppen. Gemäss FATS-Richtlinien können nicht nur rechtliche Einheiten, sondern auch natürliche Personen als Gruppenoberhaupt fungieren. Die korrekte Erfassung solcher Fälle ist insbesondere wichtig, um das Land der Ansässigkeit einer Unternehmensgruppe identifizieren zu können. Die STAGRE trägt diesem Umstand Rechnung. Da die Statistik ausschliesslich die Aktivitäten der rechtlichen Einheiten (Unternehmen) einer Gruppe erfasst, werden die Begriffe «rechtliche Einheit», «Unternehmen» und «Mitglied einer Unternehmensgruppe» in der vorliegenden Publikation weitgehend synonym verwendet. Die Tätigkeiten von im Ausland angesiedelten Unternehmen, die Teil einer Schweizer Unternehmensgruppe sind, gehören hingegen nicht zum Erfassungsbereich dieser Statistik. Informationen zu solchen Einheiten werden von der Schweizerischen ­Nationalbank (SNB) erhoben und stehen unter dem Titel «Schweizerische Tochterunternehmen im Ausland» auf dem Datenportal der SNB zur Verfügung. Siehe https://data.snb.ch/de/topics/aube#!/doc/explanations_aube > Aussenwirtschaft der Schweiz > Operative Angaben zu multinationalen Unternehmen > Schweizerische Tochterunternehmen im Ausland Die STAGRE steht somit in einem engen Zusammenhang mit der Statistik der Unternehmensstruktur (STATENT). Wie die STATENT wird die STAGRE einmal jährlich erstellt, wobei die Daten sowohl auf Ebene der Unternehmen als auch derer Arbeitsstätten verfügbar sind.

Die STAGRE entspricht allerdings nicht einfach der Untermenge derjenigen Einheiten der STATENT, die einer Unternehmensgruppe angegliedert sind. Vielmehr umfasst sie auch Einheiten, die über keine Beschäftigten verfügen und somit nicht in der STATENT berücksichtigt werden. Die STATENT berücksichtigt ausschliesslich jene Einheiten, die für mindestens eine beschäftigte Person (Selbstständigerwerbende eingeschlossen) AHV-Beiträge bezahlen.7 Die Daten zu Warenimporten und -exporten wurden von der Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV) bereits vor 2016 erhoben. Jedoch ist in den Zolldeklarationen die Angabe der Unternehmens-Identifikationsnummer (UID), welche die Verknüpfung von Zoll- und Unternehmensdaten erleichtert, erst seit 2016 obligatorisch. Dies folgt dem Umstand, dass für eine umfassendere Analyse der Struktur und der Aktivität von Unternehmensgruppen auch Einheiten ohne Beschäftigte (wie Holding- und Statusgesellschaften) relevant sind. Solche Einheiten nehmen innerhalb von Unternehmensgruppen oft bedeutende Funktionen im Bereich von Finanzierungs- oder Verwaltungstätigkeiten ein und sind deshalb zu berücksichtigen, um ein aussagekräftiges Bild einer Gruppe zeichnen zu können.

Um den vorliegenden Text möglichst lesbar zu gestalten, werden der Einfachheit halber für einige Begriffe Kurzformen verwendet, wo dies sinnvoll ist:

Unternehmen wird synonym mit rechtliche Einheit verwendet, wenn von in der Schweiz ansässigen Einheiten die Rede ist.

Gruppe steht synonym für Unternehmensgruppe.

Gruppe unter inländischer bzw. ausländischer Kontrolle wird gelegentlich mit inländische Gruppe bzw. ausländische Gruppe abgekürzt.

Statistik der Unternehmensgruppen (STAGRE) – Überblick

Eine Auswahl an Indikatoren zur Tätigkeit aller Unternehmensgruppen in der Schweiz wird vom BFS seit 2018 unter dem Namen «Statistik der Unternehmensgruppen» (STAGRE) veröffentlicht.

Datenquellen

Die STAGRE liefert strukturelle Informationen zu jenen rechtlichen Einheiten in der Schweiz, welche Unternehmensgruppen angehören. Sie basiert hauptsächlich auf der Statistik der Unternehmensstruktur (STATENT) und dem Betriebs- und Unternehmensregister (BUR). Die Informationen über die Kontrollbeziehungen zwischen den Einheiten stammen hauptsächlich von einem externen Datenlieferanten. Diese wurden in Zusammenarbeit mit weiteren Partnern, insbesondere der Schweizerischen Nationalbank (SNB) sowie dem europäischen Register für multinationale Unternehmensgruppen ­(EuroGroups Register, EGR), vervollständigt. Zudem wurden Administrativdaten (Mehrwertsteuer- und AHV-Gruppen) herangezogen, um Informationen zu Einheiten zu erhalten, welche durch die oben genannten Quellen nicht erfasst wurden.

Referenzperiode und -zeitpunkt

Die Ergebnisse beziehen sich auf den Stand der Quellen am 31. Dezember des betrachteten Jahres.

Definitionen

Von einer Unternehmensgruppe wird gesprochen, wenn eine Einheit eine oder mehrere andere Einheiten (Tochterunternehmen) kontrolliert. Das Gruppenoberhaupt oder – synonym verwendet – die in letzter Instanz kontrollierende Einheit untersteht selber keiner anderen Einheit. Es bestimmt in letzter Instanz die strategische und wirtschaftliche Ausrichtung der Gruppe, im Normalfall indem es direkt oder indirekt die Mehrheit der Stimmrechtsanteile der anderen Mitglieder hält. Man spricht von einer ausländischen multinationalen Unternehmensgruppe, wenn eine oder mehrere Einheiten in der Schweiz in letzter Instanz von einer im Ausland ansässigen Einheit kontrolliert werden. In diesem Fall bezeichnet das Sitzland das Land der Ansässigkeit der in letzter Instanz kontrollierenden Einheit. Liegt die in letzter Instanz kontrollierende Einheit in der Schweiz, spricht man von einer inländischen (oder Schweizer) Unternehmensgruppe. Letztere wiederum kann multinational (mindestens eine kontrollierte Einheit im Ausland) oder rein inländisch (Gruppenmitglieder ausschliesslich im Inland) sein.

Derzeit verfügbare Daten

Die Tätigkeit der Unternehmensgruppen kann unter verschiedenen Gesichtspunkten betrachtet werden. Zurzeit sind Daten zu den Beschäftigten und der Anzahl Unternehmen für die Jahre 2014 bis 2018 verfügbar, jene zum Warenhandel (Importe und Exporte, einschliesslich Edelmetalle) für 2016 bis 2018.7 Diese Daten werden jährlich erstellt. Mit Ausnahme des Warenhandels sind zurzeit keine monetären Indikatoren verfügbar. Das BFS prüft aber die Möglichkeiten, anhand von Verknüpfungen mit verschiedenen Datenquellen weitere Variablen zu den Unternehmensgruppen in der Schweiz zu produzieren. Dabei werden insbesondere die Daten zum Umsatz sowie zu den Aktivitäten im Bereich Forschung und Entwicklung (F+E) untersucht. Wenn sich die Ergebnisse als aussagekräftig erweisen, werden die Daten in Folgepaketen über die nächsten Jahre veröffentlicht.

Die Daten des jüngsten verfügbaren Referenzjahres 2018 gelten als provisorisch, da für dieses Jahr noch keine STATENT verfügbar ist. Die Informationen zu Beschäftigten und Wirtschaftstätigkeit der Unternehmen werden deshalb dem BUR entnommen. Zudem sind für 2018 einige der für die Kontrollbeziehungen verwendeten Quellen ebenfalls nicht verfügbar, weshalb Informationen hierzu teilweise aus dem Vorjahr imputiert wurden.

3 Resultate

Bedeutung der Unternehmensgruppen im Zeitverlauf weitgehend stabil

Tabelle T1 fasst die Eckdaten der Entwicklung der Unternehmensgruppen über den Zeitabschnitt von 2014 bis 2018 zusammen. Dargestellt sind jeweils drei Kennzahlen: die Anzahl der Unternehmensgruppen, die Anzahl der diesen Gruppen angehörenden Unternehmen sowie die Anzahl der durch diese Unternehmen beschäftigten Personen. Diese Kennzahlen erscheinen zunächst für die Gesamtheit aller in der Schweiz anwesenden Gruppen. Diese werden dann aufgeteilt in die drei Gruppenarten der rein inländischen Gruppen, der Multinationalen unter inländischer Kontrolle und der Multinationalen unter ausländischer Kontrolle.

Entwicklung der Unternehmensgruppen, 2014–2018T1

Unternehmensgruppen Total Davon:
Rein inländische Multinationale: inländisch kontrolliert Multinationale: ausländisch kontrolliert
Anzahl Gruppen Anzahl Unternehmen Anzahl Beschäftigte Anzahl Gruppen Anzahl Unternehmen Anzahl Beschäftigte Anzahl Gruppen Anzahl Unternehmen Anzahl Beschäftigte Anzahl Gruppen Anzahl Unternehmen Anzahl Beschäftigte
2014 20 315 42 219 1 768 291 6 506 17 598 429 693 6 379 13 079 872 781 7 430 11 542 465 817
2015 21 438 43 867 1 786 787 6 724 18 123 423 527 7 218 14 044 897 438 7 496 11 700 465 822
2016 22 525 45 789 1 805 327 7 267 19 418 455 910 7 504 14 263 878 171 7 754 12 108 471 246
2017 23 684 46 914 1 825 113 7 367 19 481 454 196 8 475 15 210 889 635 7 842 12 223 481 282
2018 25 010 48 692 1 857 643 7 696 20 070 449 366 9 272 16 224 918 684 8 042 12 398 489 593
Jährliche Wachstumsraten, in %
2015 5,5 3,9 1,0 3,4 3,0 –1,4 13,2 7,4 2,8 0,9 1,4 0,0
2016 5,1 4,4 1,0 8,1 7,1 7,6 4,0 1,6 –2,1 3,4 3,5 1,2
2017 5,1 2,5 1,1 1,4 0,3 –0,4 12,9 6,6 1,3 1,1 0,9 2,1
2018 5,6 3,8 1,8 4,5 3,0 –1,1 9,4 6,7 3,3 2,6 1,4 1,7
Mittlere jährliche Wachstumsraten, in %
2014–2017 5,2 3,6 1,1 4,2 3,4 1,9 9,9 5,2 0,6 1,8 1,9 1,1
2014–2018 5,3 3,6 1,2 4,3 3,3 1,1 9,8 5,5 1,3 2,0 1,8 1,3

Quelle: BFS – Statistik der Unternehmensgruppen (STAGRE)

© BFS 2019

Im Referenzjahr 2017 – dem aktuellsten Jahr, für welches Vergleichsdaten aus der Statistik der Unternehmensstruktur (STATENT) verfügbar sind – gehörten knapp 47 000 Unternehmen einer Gruppe an. Die Gesamtzahl der Beschäftigten dieser Unternehmen betrug 1 825 000. Zum Vergleich: In der Schweiz beschäftigten 2017 gemäss STATENT gesamthaft 606 000 Unternehmen 5 180 000 Personen. Von den 47 000 Unternehmen der STAGRE beschäftigten 28 000 eine oder mehrere Personen. Somit waren 4,6% aller beschäftigenden Unternehmen einer Gruppe angeschlossen. Betrachtet man die Anzahl der Beschäftigten, ist die Bedeutung der in einer Gruppe organisierten Unternehmen somit deutlich höher, als wenn lediglich auf die Anzahl der Unternehmenseinheiten als Indikator abgestützt würde: Mehr als ein Drittel aller Beschäftigten arbeitet in einem solchen Unternehmen. Dieses Resultat lässt sich darauf zurückführen, dass Unternehmen in Gruppen im Mittel eine höhere Anzahl Beschäftigter aufweisen als Unternehmen, die keiner Gruppe angegliedert sind. So ist in Unternehmensgruppen der Anteil von Grossunternehmen – also von Einheiten mit 250 Beschäftigten oder mehr – mit 4,4% deutlich höher als in der Gesamtwirtschaft (0,3%). Diese Quoten beziehen sich auf marktwirtschaftliche Unternehmen, die eine oder mehrere Personen beschäftigen.

Bezogen auf die Beschäftigung stellen die inländischen Multinationalen über den gesamten Zeitraum die umfangreichste der drei Arten von Gruppen dar. Zuletzt (2018) beschäftigten sie mehr als 900 000 Personen, was – wie schon in den Vorjahren – ­ungefähr der Hälfte aller Beschäftigten in Unternehmensgruppen entsprach. Demgegenüber überschritt die Anzahl der Beschäftigten weder bei den rein inländischen Gruppen noch bei den ausländischen Multinationalen bisher die Schwelle von einer halben Million.

Im Verlauf des Vierjahresintervalls von 2014 bis 2018 war für alle Kennzahlen und für alle Arten von Gruppen eine Zunahme zu verzeichnen. Gesamthaft war diese bezüglich der Anzahl Gruppen mit 5,3% im jährlichen Mittel markanter als für die Anzahl Unternehmen (3,6%) oder die Beschäftigten (1,2%). Dass die Anzahl sowohl der Gruppen als auch deren Unternehmen stärker wuchs als die Anzahl der durch sie beschäftigten Personen, ist im Wesentlichen auf die Entwicklung bei den inländischen Multinationalen zurückzuführen, wo mittlere Zuwachsraten von beachtlichen 9,8% (Gruppen) bzw. 5,5% (Unternehmen) erreicht wurden. Im Vergleich dazu war die Zunahme der Anzahl rein inländischer Gruppen und der Anzahl ausländischer multinationaler Unternehmensgruppen moderat, ebenso wie die Zunahme deren jeweiligen Anzahl Unternehmen. Betrachtet man das mittlere jährliche Wachstum der Beschäftigung, unterscheiden sich die inländischen Multinationalen mit 1,3% jedoch kaum von den rein inländischen Gruppen (1,1%) und den ausländischen Multinationalen (1,3%).

Um diese Entwicklung in einen Bezug zur Gesamtwirtschaft zu setzen, ist eine Einschränkung auf den Zeitraum 2014 bis 2017 nötig, da in der STATENT noch keine Resultate für 2018 verfügbar sind. Die zweitunterste Zeile in Tabelle T1 weist die mittleren jährlichen Wachstumsraten für diese Zeitspanne aus. Es zeigt sich, dass in den Unternehmensgruppen die Zahl der Unternehmen mit 3,6% deutlich stärker wuchs als die Gesamtheit der Unternehmen gemäss STATENT (0,7%). Die Beschäftigungszunahme der Unternehmensgruppen betrug jedoch nur 1,1% und war somit nur unwesentlich höher als jene der Gesamtwirtschaft (0,9%). Es lässt sich also feststellen, dass Unternehmensgruppen dynamischer erscheinen als der Rest der Gesamtwirtschaft, was die Entwicklung der Anzahl Unternehmen betrifft. Diese Dynamik überträgt sich jedoch kaum auf die Anzahl der Beschäftigten. Getragen wird dieses Phänomen insbesondere durch die inländischen Multinationalen, in welchen die Anzahl der Unternehmen im Schnitt jährlich um 5,2% zunahm (ausländische Unternehmensgruppen: + 1,9%).

In den verbleibenden Abschnitten dieses Kapitels sind ausschliesslich die multinationalen Unternehmensgruppen (sowohl unter inländischer als auch unter ausländischer Kontrolle) Gegenstand der Analyse; die rein inländischen Gruppen werden also ausgeschlossen.

Unterschiede in der Entwicklung der Branchengruppen

Manifestieren sich die im vorangegangenen Abschnitt gefundenen Erkenntnisse auch auf Ebene von einzelnen Branchengruppen, in welchen multinationale Unternehmensgruppen tätig sind? Zu diesem Zweck werden die drei Kennzahlen in Tabelle T2 für die Jahre 2014 und 2018 auf sieben Branchengruppen aufgeschlüsselt. Die Zahl von sieben ergibt sich aus den drei Wirtschaftssektoren wie folgt: Die Bereiche «Metalle, Instrumente, Elektro und Maschinen» (NOGA 22 – 28) sowie der Rest des verarbeitenden Gewerbes (NOGA 10 – 21 sowie 29 – 33) werden aus dem sekundären Sektor herausgelöst. Das Aggregat «Primärsektor, Energie, Wasser und Bau» fasst den Primärsektor und den Rest des sekundären Sektors zusammen, da ersterer keine bedeutende Rolle spielt im Kontext der Unternehmensgruppen. Im Tertiärsektor erfolgt eine Aufteilung in vier Branchengruppen: Handel (NOGA 45 – 47); Verkehr, Gastgewerbe, Information und Kommunikation (NOGA 49 – 63); Finanz- und Versicherungsdienstleistungen (NOGA 64 – 66); sowie der Rest des tertiären Sektors. Grafik G1 verdeutlicht die in Tabelle T2 erscheinende Anzahl der Beschäftigten für beide Jahre, unterteilt nach der Art der Gruppe (inländisch oder ausländisch).

Entwicklung der multinationalen Unternehmensgruppen nach Branchengruppen: 2014 und 2018T2

Branchengruppe 2014 2018 Mittlere jährliche Wachstumsrate 2014–2018, in %
Anzahl Gruppen Anzahl Unternehmen Anzahl Beschäftigte Anzahl Gruppen Anzahl Unternehmen Anzahl Beschäftigte Anzahl Gruppen Anzahl Unternehmen Anzahl Beschäftigte
Alle Branchengruppen
Alle Multinationalen 13 809 24 621 1 338 598 17 314 28 622 1 408 277 5,8 3,8 1,3
 inländisch kontrolliert 6 379 13 079 872 781 9 272 16 224 918 684 9,8 5,5 1,3
 ausländisch kontrolliert 7 430 11 542 465 817 8 042 12 398 489 593 2,0 1,8 1,3
Primärsektor, Energie, Wasser und Bau (NOGA 01 – 09, 35 – 43)
Alle Multinationalen 603 1 058 57 091 749 1 221 67 501 5,6 3,6 4,3
 inländisch kontrolliert 239 581 42 474 370 727 48 162 11,5 5,8 3,2
 ausländisch kontrolliert 364 477 14 617 379 494 19 339 1,0 0,9 7,2
Metalle, Instrumente, Elektro und Maschinen (NOGA 22 – 28)
Alle Multinationalen 1 241 1 761 223 752 1 382 1 860 218 936 2,7 1,4 –0,5
 inländisch kontrolliert 619 955 144 162 744 1 042 144 605 4,7 2,2 0,1
 ausländisch kontrolliert 622 806 79 590 638 818 74 331 0,6 0,4 –1,7
Verarbeitendes Gewerbe: Rest (NOGA 10 – 21, 29 – 33)
Alle Multinationalen 876 1 144 155 179 1 068 1 347 166 362 5,1 4,2 1,8
 inländisch kontrolliert 431 627 106 586 573 771 116 069 7,4 5,3 2,2
 ausländisch kontrolliert 445 517 48 593 495 576 50 293 2,7 2,7 0,9
Handel (NOGA 45 – 47)
Alle Multinationalen 4 327 5 696 314 004 4 936 6 335 322 445 3,3 2,7 0,7
 inländisch kontrolliert 1 431 2 093 194 010 1 969 2 591 196 987 8,3 5,5 0,4
 ausländisch kontrolliert 2 896 3 603 119 994 2 967 3 744 125 458 0,6 1,0 1,1
Verkehr, Gastgewerbe, Information und Kommunikation (NOGA 49 – 63)
Alle Multinationalen 1 782 2 403 218 037 2 416 3 108 237 580 7,9 6,6 2,2
 inländisch kontrolliert 697 1 075 155 787 1 137 1 524 169 418 13,0 9,1 2,1
 ausländisch kontrolliert 1 085 1 328 62 250 1 279 1 584 68 162 4,2 4,5 2,3
Finanz- und Versicherungsdienstleistungen (NOGA 64 – 66)
Alle Multinationalen 4 177 6 308 163 784 5 117 7 120 153 981 5,2 3,1 –1,5
 inländisch kontrolliert 2 852 4 145 127 092 3 791 5 011 122 244 7,4 4,9 –1,0
 ausländisch kontrolliert 1 325 2 163 36 692 1 326 2 109 31 737 0,0 –0,6 –3,6
Tertiärsektor: Rest (NOGA 68 – 96)
Alle Multinationalen 4 285 6 251 206 751 5 639 7 631 241 472 7,1 5,1 4,0
 inländisch kontrolliert 2 149 3 603 102 670 3 111 4 558 121 199 9,7 6,1 4,2
 ausländisch kontrolliert 2 136 2 648 104 081 2 528 3 073 120 273 4,3 3,8 3,7

Quelle: BFS – Statistik der Unternehmensgruppen (STAGRE)

© BFS 2019

Wird die Entwicklung der Anzahl Gruppen und Unternehmen in den einzelnen Branchegruppen betrachtet, fällt auf, dass die inländischen Multinationalen durchwegs einen stärkeren Zuwachs verzeichnen als ausländische Multinationale. Dieser Befund entspricht somit dem bereits weiter oben festgestellten Muster. In Bezug auf die Beschäftigten sind die Resultate differenzierter. Zunächst unterscheidet sich gesamthaft (in der Summe über alle Branchengruppen) die Beschäftigungsdynamik zwischen in- und ausländischen Multinationalen nicht, mit einem mittleren jährlichen Wachstum von jeweils 1,3%. In zwei Branchengruppen erfolgte ein Rückgang der in Multinationalen Beschäftigten, nämlich in «Metalle, Instrumente, Elektro und Maschinen» sowie in den Finanz- und Versicherungsdienstleistungen (im jährlichen Mittel – 0,5% bzw. – 1,5%). Leicht positiv, aber mit + 0,7% unterdurchschnittlich entwickelt sich die Beschäftigung im Handel. Die vier verbleibenden Branchengruppen zeigen eine Beschäftigungszunahme über dem Durchschnitt. In den beiden schrumpfenden Branchengruppen fällt auf, dass ausländische Multinationale 2018 jeweils ungefähr 5000 Beschäftigte weniger stellten als vier Jahre zuvor. Der Beschäftigungsrückgang der Multinationalen in «Metalle, Instrumente, Elektro und Maschinen» lässt sich somit vollumfänglich, jener in den Finanz- und Versicherungsdienstleistungen ungefähr zur Hälfte durch ausländisch kontrollierte Unternehmen erklären.

Ausländische Gruppen: Verschiebungen bei den Sitzländern

Die ausländischen Unternehmensgruppen lassen sich nach dem Sitzland aufschlüsseln, also dem Land der Ansässigkeit der in letzter Instanz kontrollierenden Einheit. Dies wird in Tabelle T3 in Bezug auf die drei bereits vertrauten Kennzahlen gemacht. Erwähnung finden die bedeutsamsten dreizehn Sitzländer, wovon sich zehn in Europa und drei ausserhalb Europas befinden. Als bedeutsam eingestuft wurden jene Sitzländer, die Nachbarländer der Schweiz sind oder deren Unternehmensgruppen im Jahr 2017 in der Schweiz 5000 Personen oder mehr beschäftigten. Die nicht in dieser Auswahl enthaltenen Sitzländer werden, separat für Europa und ausserhalb, in der Kategorie «Diverse» zusammengefasst.

Es zeigt sich, dass es zu bedeutenden Verschiebungen zwischen den Sitzländern gekommen sind, welche sich insbesondere in der Beschäftigtenzahl äussern. Die Entwicklung dieser Kennzahl zwischen 2014 und 2018 verdeutlicht die Grafik G2. So beschäftigten chinesisch kontrollierte Unternehmen Ende 2018 mehr als 13 000 Personen in der Schweiz. Dies sind über siebenmal so viele wie vier Jahre zuvor. Die Zunahme der Anzahl Gruppen und Unternehmen unter chinesischer Kontrolle ist weniger ausgeprägt. Dies ist Ausdruck davon, dass im Referenzzeitraum einige sehr beschäftigungsstarke Einheiten durch Chinesische Gruppen übernommen wurden. Diese Fälle fanden in Medien und Politik denn auch prominente Beachtung. Zum Beispiel in Form des ständerätlichen Postulates «Ausländische Firmenübernahmen in der Schweiz. Ist die heutige Schrankenlosigkeit noch haltbar?» (18.3376) vom 16.03.2018 Am anderen Ende des Spektrums steht der Rückgang von Beschäftigten in Französisch und Italienisch kontrollierten Unternehmen um je 1500 Personen, was –0,6% bzw. – 2,5% im jährlichen Mittel entspricht. Dieser Entwicklung zum Trotz verringerte sich in der Summe die Bedeutung von europäischen Unternehmensgruppen nicht. Im Gegenteil trugen andere europäische Länder, insbesondere das Vereinigte Königreich, dazu bei, dass die Zahl der Beschäftigten in europäisch beherrschten Gruppen anstieg (+ 1,3%). Europa bleibt somit, mit mehr als zwei Dritteln (347 000) aller Beschäftigten von ausländisch kontrollierten Unternehmen, der wichtigste Pol. Darin steht Deutschland, mit zuletzt 120 000 Beschäftigten, unverändert an der Spitze aller Sitzländer. Die Wachstumsrate der Beschäftigung von aussereuropäischen Gruppen lag mit 1,1% leicht unter jener der europäischen.

Der in den vorherigen Abschnitten gemachte Befund einer über den Zeitraum 2014–2018 weitgehend stabilen Bedeutung der ausländischen Unternehmensgruppen mag somit in der Summe korrekt sein. Jedoch verbergen sich hinter diesen Zahlen Umwälzungen in Bezug auf die Kontrollverhältnisse der Gruppen. Diese äussern sich unter anderem in bedeutenden Verschiebungen des Gewichts einzelner Sitzländer.

Entwicklung der multinationalen Unternehmensgruppen unter ausländischer Kontrolle
nach Sitzland (Auswahl): 2014 und 2018T3

2014 2018 Mittlere jährliche Wachstumsrate 2014–2018, in %
Anzahl Gruppen Anzahl Unternehmen Anzahl Beschäftigte Anzahl Gruppen Anzahl Unternehmen Anzahl Beschäftigte Anzahl Gruppen Anzahl Unternehmen Anzahl Beschäftigte
Total 7 430 11 542 465 817 8 042 12 398 489 593 2,0 1,8 1,3
Europa
Total 5 758 8 744 329 218 6 158 9 156 346 960 1,7 1,2 1,3
Europa: Diverse 887 1 144 16 351 971 1 261 18 727 2,3 2,5 3,5
Österreich 323 427 11 186 356 461 10 742 2,5 1,9 –1,0
Deutschland 1 788 2 579 116 765 1 915 2 768 120 882 1,7 1,8 0,9
Dänemark 99 162 15 818 90 147 16 700 –2,4 –2,4 1,4
Frankreich 604 1 472 72 788 696 1 504 71 194 3,6 0,5 –0,6
Vereinigtes Königreich 937 1 237 28 656 969 1 321 41 575 0,8 1,7 9,7
Irland 61 181 6 145 52 150 6 409 –3,9 –4,6 1,1
Italien 372 476 15 427 454 557 13 941 5,1 4,0 –2,5
Liechtenstein 170 222 4 847 211 271 4 776 5,6 5,1 –0,4
Niederlande 413 650 28 446 339 518 28 704 –4,8 –5,5 0,2
Schweden 104 194 12 789 105 198 13 310 0,2 0,5 1,0
Rest der Welt
Total 1 672 2 798 136 599 1 884 3 242 142 633 3,0 3,8 1,1
Rest der Welt: Diverse 602 864 35 334 687 971 28 209 3,4 3,0 –5,5
China 20 27 1 815 42 87 13 470 20,4 34,0 65,1
Japan 128 203 9 499 145 228 10 774 3,2 2,9 3,2
Vereinigte Staaten 922 1 704 89 951 1 010 1 956 90 180 2,3 3,5 0,1

Quelle: BFS – Statistik der Unternehmensgruppen (STAGRE)

© BFS 2019

Verteilung der Tätigkeiten multinationaler
Unternehmensgruppen auf die Grossregionen

Multinationale Unternehmensgruppen in der Schweiz verteilen ihre Produktionstätigkeit nicht gleichmässig über das gesamte Territorium. Vielmehr gibt es regionale Spezialisierungen bezüglich der Branchen, in welchen multinationale Unternehmensgruppen aktiv sind. Die Daten der STAGRE auf Ebene der Arbeitsstätten ermöglichen, solche geographischen Unterschiede herauszuschälen und darzustellen. Der vorliegende Abschnitt nimmt eine solche Auswertung für die sieben Grossregionen der Schweiz und die bereits weiter oben verwendeten sieben Branchengruppen vor. Die Betrachtung erfolgt für das Jahr 2017, da die Daten für 2018 – wie weiter oben erwähnt – noch provisorisch sind.

Tabelle T4 schlüsselt die Anzahl Beschäftigte in multinationalen Unternehmensgruppen nach Branchengruppen und Grossregionen auf, wobei zusätzlich zwischen inländisch und ausländisch kontrollierten Unternehmen unterschieden wird. Zunächst lässt sich – unabhängig von der Branche – feststellen, dass zwischen den Grossregionen gewisse Unterschiede in der relativen Bedeutung von in- und ausländisch kontrollierten Gruppen bestehen: Im Espace Mittelland ist der Anteil der von Multinationalen beschäftigten Personen, die für eine ausländisch kontrollierte Gruppe arbeiten, mit 28% eher gering, während er in der Genferseeregion und in Zürich auf 40% oder mehr zu liegen kommt.

Um für jede Grossregion ein charakteristisches Bild der Präsenz und der Tätigkeiten multinationaler Unternehmensgruppen zu erhalten, verteilt Grafik G3 die Beschäftigten aus Tabelle T4 auf die sieben Branchengruppen, wobei für alle Branchengruppen zwischen inländisch kontrollierten (links) und ausländisch kontrollierten (rechts) Gruppen unterschieden wird. Diese Darstellung erfolgt sowohl für das Total der Schweiz, als auch einzeln für jede der sieben Grossregionen. Die Profile der Grossregionen lassen sich so untereinander oder mit dem Schweizer Mittel vergleichen, um Rückschlüsse auf regionale Spezialisierungen von multinationalen Unternehmensgruppen zu ziehen.

Anzahl Beschäftigte der multinationalen Unternehmensgruppen nach Branchengruppen,
Art der Gruppe und Grossregion, 2017 (Teil 1)T4

Beschäftigte auf Ebene der Arbeitsstätten; absolute Werte und Anteile am Total nach Grossregion

Branchengruppe Total Schweiz Genferseeregion Espace Mittelland Nordwestschweiz
Anzahl in % Anzahl in % Anzahl in % Anzahl in %
Alle Branchengruppen
Alle Multinationalen 1 370 917 100,0 242 460 100,0 249 685 100,0 212 922 100,0
 inländisch kontrolliert 889 635 64,9 144 227 59,5 179 681 72,0 143 382 67,3
 ausländisch kontrolliert 481 282 35,1 98 233 40,5 70 004 28,0 69 540 32,7
Primärsektor, Energie, Wasser und Bau
Alle Multinationalen 62 824 4,6 10 843 4,5 14 506 5,8 10 415 4,9
 inländisch kontrolliert 47 980 3,5 7 624 3,1 12 172 4,9 7 652 3,6
 ausländisch kontrolliert 14 844 1,1 3 219 1,3 2 334 0,9 2 763 1,3
Metalle, Instrumente, Elektro und Maschinen
Alle Multinationalen 213 697 15,6 24 618 10,2 58 687 23,5 32 143 15,1
 inländisch kontrolliert 140 318 10,2 17 900 7,4 40 693 16,3 20 494 9,6
 ausländisch kontrolliert 73 379 5,4 6 718 2,8 17 994 7,2 11 649 5,5
Verarbeitendes Gewerbe: Rest
Alle Multinationalen 160 134 11,7 21 772 9,0 27 693 11,1 47 224 22,2
 inländisch kontrolliert 111 269 8,1 13 875 5,7 17 915 7,2 36 605 17,2
 ausländisch kontrolliert 48 865 3,6 7 897 3,3 9 778 3,9 10 619 5,0
Handel
Alle Multinationalen 275 785 20,1 55 705 23,0 47 022 18,8 39 091 18,4
 inländisch kontrolliert 152 818 11,1 27 392 11,3 30 080 12,0 21 843 10,3
 ausländisch kontrolliert 122 967 9,0 28 313 11,7 16 942 6,8 17 248 8,1
Verkehr, Gastgewerbe, Information und Kommunikation
Alle Multinationalen 243 174 17,7 37 794 15,6 52 064 20,9 32 073 15,1
 inländisch kontrolliert 177 513 12,9 25 341 10,5 45 889 18,4 24 396 11,5
 ausländisch kontrolliert 65 661 4,8 12 453 5,1 6 175 2,5 7 677 3,6
Finanz- und Versicherungsdienstleistungen
Alle Multinationalen 157 081 11,5 32 543 13,4 13 918 5,6 12 167 5,7
 inländisch kontrolliert 123 766 9,0 22 172 9,1 12 391 5,0 10 753 5,1
 ausländisch kontrolliert 33 315 2,4 10 371 4,3 1 527 0,6 1 414 0,7
Tertiärsektor: Rest
Alle Multinationalen 258 222 18,8 59 185 24,4 35 795 14,3 39 809 18,7
 inländisch kontrolliert 135 971 9,9 29 923 12,3 20 541 8,2 21 639 10,2
 ausländisch kontrolliert 122 251 8,9 29 262 12,1 15 254 6,1 18 170 8,5

Quelle: BFS – Statistik der Unternehmensgruppen (STAGRE)

© BFS 2019

Anzahl Beschäftigte der multinationalen Unternehmensgruppen nach Branchengruppen,
Art der Gruppe und Grossregion, 2017 (Teil 2)T4

Beschäftigte auf Ebene der Arbeitsstätten; absolute Werte und Anteile am Total nach Grossregion

Branchengruppe Zürich Ostschweiz Zentralschweiz Tessin
Anzahl in % Anzahl in % Anzahl in % Anzahl in %
Alle Branchengruppen
Alle Multinationalen 331 864 100,0 156 544 100,0 118 782 100,0 58 660 100,0
 inländisch kontrolliert 199 119 60,0 107 719 68,8 77 050 64,9 38 457 65,6
 ausländisch kontrolliert 132 745 40,0 48 825 31,2 41 732 35,1 20 203 34,4
Primärsektor, Energie, Wasser und Bau
Alle Multinationalen 11 966 3,6 6 709 4,3 5 689 4,8 2 696 4,6
 inländisch kontrolliert 8 903 2,7 5 283 3,4 4 383 3,7 1 963 3,3
 ausländisch kontrolliert 3 063 0,9 1 426 0,9 1 306 1,1 733 1,2
Metalle, Instrumente, Elektro und Maschinen
Alle Multinationalen 28 404 8,6 40 173 25,7 21 397 18,0 8 275 14,1
 inländisch kontrolliert 15 963 4,8 24 873 15,9 14 733 12,4 5 662 9,7
 ausländisch kontrolliert 12 441 3,7 15 300 9,8 6 664 5,6 2 613 4,5
Verarbeitendes Gewerbe: Rest
Alle Multinationalen 14 622 4,4 26 486 16,9 15 055 12,7 7 282 12,4
 inländisch kontrolliert 9 535 2,9 18 960 12,1 10 676 9,0 3 703 6,3
 ausländisch kontrolliert 5 087 1,5 7 526 4,8 4 379 3,7 3 579 6,1
Handel
Alle Multinationalen 60 534 18,2 28 916 18,5 30 693 25,8 13 824 23,6
 inländisch kontrolliert 31 768 9,6 18 229 11,6 16 632 14,0 6 874 11,7
 ausländisch kontrolliert 28 766 8,7 10 687 6,8 14 061 11,8 6 950 11,8
Verkehr, Gastgewerbe, Information und Kommunikation
Alle Multinationalen 74 883 22,6 21 334 13,6 15 732 13,2 9 294 15,8
 inländisch kontrolliert 43 026 13,0 18 212 11,6 12 753 10,7 7 896 13,5
 ausländisch kontrolliert 31 857 9,6 3 122 2,0 2 979 2,5 1 398 2,4
Finanz- und Versicherungsdienstleistungen
Alle Multinationalen 71 923 21,7 11 238 7,2 7 072 6,0 8 220 14,0
 inländisch kontrolliert 56 151 16,9 9 885 6,3 5 551 4,7 6 863 11,7
 ausländisch kontrolliert 15 772 4,8 1 353 0,9 1 521 1,3 1 357 2,3
Tertiärsektor: Rest
Alle Multinationalen 69 532 21,0 21 688 13,9 23 144 19,5 9 069 15,5
 inländisch kontrolliert 33 773 10,2 12 277 7,8 12 322 10,4 5 496 9,4
 ausländisch kontrolliert 35 759 10,8 9 411 6,0 10 822 9,1 3 573 6,1

Quelle: BFS – Statistik der Unternehmensgruppen (STAGRE)

© BFS 2019

Dem Aggregat «Primärsektor, Energie, Wasser und Bau» kommt – wie bereits weiter oben auf gesamtschweizerischer Ebene festgestellt – im Kontext der Multinationalen keine grosse Bedeutung zu; mit Ausnahme des Espace Mittelland entfallen in keiner der sieben Grossregionen mehr als 5% der Beschäftigten multinationaler Unternehmensgruppen auf solche Tätigkeiten. Hingegen fällt auf, dass in einigen Grossregionen ein vorwiegend industrielles Profil vorherrscht, mit einem überdurchschnittlichen Anteil Beschäftigter im verarbeitenden Gewerbe (Branchengruppen «Metalle, Instrumente, Elektro und Maschinen» sowie «Verarbeitendes Gewerbe: Rest»). Zu diesen Regionen mit industriellem Profil gehören das Espace Mittelland, die Nordwestschweiz und – am stärksten ausgeprägt – die Ostschweiz. Während im Espace Mittelland und in der Ostschweiz die eher «traditionellen» Schweizer Exportbranchen (Metalle, Instrumente, Elektro und Maschinen) dominieren, ist in der Nordwestschweiz der Grossteil der industriellen Beschäftigung multinationaler Unternehmen dem Rest des verarbeitenden Gewerbes zuzurechnen. Zu letzterem gehört auch die im Grossraum Basel stark präsente Chemie- und Pharmabranche. Allen Grossregionen gemeinsam ist, dass in den beiden Branchengruppen des verarbeitenden Gewerbes auf die inländisch kontrollierten Unternehmen jeweils die überwiegende Mehrzahl der Beschäftigten entfällt. Den industriell geprägten Grossregionen stehen die Genferseeregion und Zürich gegenüber, wo multinationale Unternehmensgruppen relativ wenig Personen im verarbeitenden Gewerbe beschäftigen, dafür umso mehr in den verschiedenen Dienstleistungsbranchen.

Eine nähere Betrachtung der vier Branchengruppen im tertiären Sektor offenbart zunächst, dass im Handel die regionalen Unterschiede eher gering sind; von einer überdurchschnittlichen Bedeutung der Handelstätigkeiten lässt sich allenfalls in der Zentralschweiz, im Tessin und in der Genferseeregion sprechen. Im Bereich «Verkehr, Gastgewerbe, Information und Kommunikation» bestehen ebenfalls moderate Anzeichen einer regionalen Konzentration, und zwar im Espace Mittelland und in Zürich. Während für diese Branchengruppe im Espace Mittelland inländisch kontrollierte Unternehmen bedeutsame Arbeitgeber sind, fällt in Zürich die relativ starke Präsenz ausländisch kontrollierter Unternehmen auf. Viel stärker ausgeprägt ist die regionale Konzentration bei den Finanz- und Versicherungsdienstleistungen: Hier belegt Zürich die Spitzenposition, und zwar deutlich vor dem Tessin und der Genferseeregion, welche ebenfalls über dem nationalen Durchschnitt liegen. Im Finanz- und Versicherungsbereich sind in allen Grossergionen die Beschäftigten von inländisch kontrollierten Unternehmen deutlich in der Überzahl. Dem Rest des Tertiärsektors schliesslich lässt sich in der Genferseeregion ein bedeutender Teil der Aktivitäten von multinationalen Unternehmensgruppen zurechnen, während er in den industriell geprägten Grossregionen Espace Mittelland und Ostschweiz eine eher geringe Rolle spielt.

Abschliessend lässt sich feststellen, dass mit einigen wenigen Ausnahmen (Handel in der Genferseeregion und im Tessin, Rest des Tertiärsektors in Zürich) für jede der hier betrachteten Branchengruppen in allen Grossregionen die Mehrheit der Beschäftigten multinationaler Unternehmensgruppen auf Einheiten unter inländischer Kontrolle entfallen.

Aussenhandel: nahezu vollständig in der Hand von Unternehmensgruppen

Welcher Zusammenhang besteht zwischen der internationalen Verflechtung von Unternehmen einerseits und grenzüberschreitenden Warenflüssen andererseits? Die STAGRE kann diese Frage beantworten, da sie nebst den bis hierhin kommentierten Daten zu Struktur und Beschäftigung der Unternehmensgruppen auch Informationen zu deren Warenimporten und -exporten umfasst. Diese Daten basieren auf Angaben der Zolldeklarationen von Unternehmen und werden von der Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV) erhoben. Zu betonen ist, dass diese Daten zu Importen und Exporten ausschliesslich Waren, nicht aber Dienstleistungen erfassen.

Tabelle T5 untersucht die Importe und Exporte von Waren einerseits nach der Art der Unternehmen (ob sie einer multinationalen Unternehmensgruppe angehören oder nicht; und falls ja, ob unter inländischer oder ausländischer Kontrolle), und andererseits nach deren Branchengruppe. Zunächst lässt sich feststellen (in der ersten Zeile), dass es gesamthaft nahezu viermal so viele Importeure (179 000) als Exporteure (49 000) unter den Unternehmen gibt. Innerhalb der Kategorie derjenigen Unternehmen, die international Waren austauschen, sind die Exporteure also zahlenmässig in der Minderheit. Sie sorgen jedoch dafür, dass die Schweiz einen deutlichen Überschuss in der Warenbilanz erzielt: Der Gesamtwert der Exporte übersteigt jenen der Importe um 30 Milliarden Franken. Zurückzuführen ist dies darauf, dass das Exportvolumen im Mittel pro Exportunternehmen viel höher ist als die entsprechende Kennzahl auf Importseite (5,9 Mio. CHF gegenüber 1,5 Mio. CHF, jeweils pro Unternehmen).

Importe und Exporte von Waren nach Art der Gruppe sowie nach Branchengruppe, 2017T5

Importe Exporte
Anzahl importierender Unternehmen Gesamtwert Anzahl exportierender Unternehmen Gesamtwert
in Mio. Franken pro imp. Unt., in tausend Franken in % des jeweiligen
Totals
in Mio. Franken pro exp. Unt., in tausend Franken in % des jeweiligen
Totals
Nach Art der Gruppe
Total 178 662 260 528 1 458 100,0 49 352 290 934 5 895 100,0
Alle Multinationalen 12 181 214 359 17 598 82,3 7 669 261 936 34 155 90,0
 inländisch kontrolliert 5 796 78 730 13 584 30,2 3 644 136 811 37 544 47,0
 ausländisch kontrolliert 6 385 135 629 21 242 52,1 4 025 125 125 31 087 43,0
Rest: rein inländische Gruppen
und eigenständige Unternehmen
166 481 46 169 277 17,7 41 683 28 998 696 10,0
Nach Branchengruppe des Unternehmens (nur Multinationale)
Alle Multinationalen
Total 12 181 214 359 17 598 100,0 7 669 261 936 34 155 100,0
Primärsektor, Energie,
Wasser und Bau
652 2 593 3 977 1,2 344 765 2 224 0,3
Metalle, Instrumente,
Elektro und Maschinen
2 171 76 388 35 186 35,6 1 762 110 191 62 537 42,1
Verarbeitendes Gewerbe: Rest 1 559 45 264 29 034 21,1 1 108 93 766 84 627 35,8
Handel 4 055 70 935 17 493 33,1 2 834 41 833 14 761 16,0
Verkehr, Gastgewerbe,
Information und Kommunikation
1 256 4 201 3 344 2,0 563 607 1 078 0,2
Finanz- und
Versicherungsdienstleistungen
788 11 691 14 836 5,5 256 10 768 42 064 4,1
Tertiärsektor: Rest 1 700 3 288 1 934 1,5 802 4 005 4 994 1,5
inländisch kontrolliert
Total 5 796 78 730 13 584 100,0 3 644 136 811 37 544 100,0
Primärsektor, Energie,
Wasser und Bau
384 1 701 4 430 2,2 189 673 3 562 0,5
Metalle, Instrumente,
Elektro und Maschinen
1 234 19 681 15 949 25,0 1 010 49 054 48 568 35,9
Verarbeitendes Gewerbe: Rest 927 33 341 35 966 42,3 661 70 514 106 677 51,5
Handel 1 361 15 539 11 417 19,7 961 6 728 7 001 4,9
Verkehr, Gastgewerbe,
Information und Kommunikation
598 1 320 2 207 1,7 280 369 1 317 0,3
Finanz- und
Versicherungsdienstleistungen
413 6 792 16 446 8,6 144 9 082 63 073 6,6
Tertiärsektor: Rest 879 357 406 0,5 399 391 979 0,3
ausländisch kontrolliert
Total 6 385 135 629 21 242 100,0 4 025 125 125 31 087 100,0
Primärsektor, Energie,
Wasser und Bau
268 892 3 327 0,7 155 92 592 0,1
Metalle, Instrumente,
Elektro und Maschinen
937 56 707 60 520 41,8 752 61 137 81 299 48,9
Verarbeitendes Gewerbe: Rest 632 11 923 18 866 8,8 447 23 253 52 019 18,6
Handel 2 694 55 397 20 563 40,8 1 873 35 105 18 743 28,1
Verkehr, Gastgewerbe,
Information und Kommunikation
658 2 881 4 378 2,1 283 238 841 0,2
Finanz- und
Versicherungsdienstleistungen
375 4 899 13 063 3,6 112 1 686 15 052 1,3
Tertiärsektor: Rest 821 2 931 3 570 2,2 403 3 615 8 969 2,9

1 Diese Zahlen unterscheiden sich von jenen der EZV, da sie die Aktivitäten der privaten Haushalte (NOGA 97–98) und der internationalen Organisationen (NOGA 99) nicht erfassen.

Quelle: BFS – Statistik der Unternehmensgruppen (STAGRE); EZV

© BFS 2019

Die in einer multinationalen Unternehmensgruppe organisierten Einheiten stellen im internationalen Warenhandel zahlenmässig eine deutliche Minderheit dar: Nur jeder fünfzehnte Importeur und nur jeder sechste Exporteur gehört einer Multinationalen an. Umso beeindruckender ist die Tatsache, dass bezüglich des Gesamtwerts der Handelsströme die Multinationalen eine herausragende Stellung im Warenhandel einnehmen: 82% der Importe und 90% der Exporte werden von Unternehmen in multinationalen Unternehmensgruppen abgewickelt. Bei den Importen bewältigen die ausländisch kontrollierten Unternehmen ein grös­seres Aufkommen als inländisch kontrollierte, bei den Exporten ist die Situation genau umgekehrt. Grafik G4 veranschaulicht diese eindrücklichen Proportionen. Bemerkenswert ist dies auch deshalb, weil – wie zu Beginn dieses Kapitels festgestellt – Unternehmensgruppen (inklusive rein inländische) weniger als die Hälfte der Gesamtbeschäftigung in der Schweiz ausmachen. Somit scheint es für Unternehmen, die im grenzüberschreitenden Warenhandel tätig sind, von Vorteil zu sein, sich als multinationale Unternehmensgruppe zu organisieren. Dies trifft insbesondere dann zu, wenn hohe Handelsvolumina im Spiel sind: Exportierende Unternehmen, die Mitglied einer Multinationalen sind, haben im Schnitt einen etwa fünfzig Mal höheren Exporterlös als andere Exporteure. Bei den Importeuren ist das entsprechende Grössenverhältnis ähnlich markant.

Die Aufgliederung der Importe und Exporte von multinationalen Unternehmensgruppen nach Branchengruppen (ebenfalls in Grafik G4) zeigt, dass bei den Einfuhren wie auch bei den Ausfuhren das verarbeitende Gewerbe (Branchengruppen «Metalle, Instrumente, Elektro und Maschinen» sowie «Verarbeitendes Gewerbe: Rest») und der Handel zusammengenommen für etwa neunzig Prozent des Aufkommens verantwortlich sind. Dies überrascht nicht, da die Herstellung und der Handel von physischen Gütern ja per Definition dem Tätigkeitsbereich dieser Branchengruppen entsprechen. Etwas erstaunlicher ist, dass Unternehmen des Finanzbereichs einen nicht unbedeutenden Anteil der Importe und Exporte (jeweils über 10 Mia. Franken) tätigen. Zurückzuführen ist dies ist auf den grenzüberschreitenden Handel mit Goldbarren und anderen Edelmetallen. Interessant ist schliesslich, dass für inländisch kontrollierte Multinationale die Handelsbranche deutlich weniger Gewicht hat (20% der Importe und 5% der Exporte) als das verarbeitende Gewerbe (67% bzw. 87%) – siehe Tabelle T5). Etwas anders sieht es in den ausländisch kontrollierten Unternehmensgruppen aus: Hier bewältigen Einheiten mit der Branchenklassifizierung «Handel» 41% der Importe und immerhin 28% der Exporte.

Zusammenfassend lässt sich also feststellen: Unternehmen, die im internationalen Handel tätig sind, haben eine starke Tendenz, Teil einer multinationalen Unternehmensgruppe zu sein. Die einer Multinationalen angeschlossenen Einheiten importieren und exportieren im Schnitt – gemessen in Franken pro Unternehmen – auch bedeutend grössere Volumina. In der Folge bewältigen multinationale Unternehmensgruppen den grössten Teil des internationalen Warenhandels. Die Importe und Exporte werden naturgemäss von dem verarbeitenden Gewerbe und der Handelsbranche dominiert. Während das verarbeitende Gewerbe insgesamt das grösste Erlös generiert, spielen Handelsfirmen besonders in Bezug auf die Importe und im Rahmen von ausländisch kontrollierten Multinationalen eine wichtige Nebenrolle.

4 Zusammenfassung und Fazit

Die in der Schweiz anwesenden Unternehmensgruppen entwickelten sich über den Zeitraum 2014 bis 2018 dynamisch: Deren Anzahl nahm im jährlichen Mittel um 5,3% zu, die Anzahl der ihnen angeschlossenen Unternehmenseinheiten um 3,6%. Weniger markant war mit 1,2% das Wachstum der Beschäftigten in diesen Unternehmen. Somit gingen von den Unternehmensgruppen weder im positiven noch im negativen Sinne nennenswerte Impulse auf die gesamtwirtschaftliche Beschäftigung aus.

Bezüglich der Sitzländer – also dem Land der Ansässigkeit des Gruppenoberhaupts – kam es zu bedeutenden Veränderungen. So beschäftigten chinesisch kontrollierte Unternehmen Ende 2018 mehr als 13 000 Personen in der Schweiz, siebenmal so viele wie noch vier Jahre zuvor. Dennoch behielten Unternehmensgruppen mit Sitz in europäischen Ländern ihre starke Position. Mehr als zwei Drittel der total 490 000 Beschäftigten in ausländisch kontrollierten Einheiten haben ihren Arbeitsplatz in einer Unternehmensgruppe mit Sitz in Europa.

Eine Aufschlüsselung der Tätigkeiten multinationaler Unternehmensgruppen nach geographischen Kriterien offenbart deutliche Unterschiede zwischen Grossregionen mit vorwiegend industrieller Prägung (Espace Mittelland, Nordwestschweiz und Ostschweiz) sowie Regionen, in denen Multinationale schwerpunktmässig in den verschiedenen Dienstleistungsbranchen präsent sind (Genferseeregion und Zürich).

Die Zahlen zum grenzüberschreitenden Warenhandel zeigen zudem, dass die einer multinationalen Unternehmensgruppe angeschlossenen Unternehmen durchschnittlich ein um ein Vielfaches höheres Handelsvolumen generieren als Unternehmen oder Unternehmensgruppen mit rein inländischer Präsenz. Als Konsequenz werden 82% der Importe und gar 90% der Exporte von Unternehmen abgewickelt, die Teil einer multinationalen Unternehmensgruppe sind.