Stand zehn Jahre nach Einführung der Masterstudiengänge an den FH
Masterstudiengänge an den Fachhochschulen
1 Einleitung
Ausgangslage
Die Erklärung von Bologna, die 1999 von den europäischen Bildungsministerien unterzeichnet wurde, führte im Schweizer Hochschulbereich zu tief greifenden strukturellen Veränderungen. Im Herbstsemester 2005/06 führten die Fachhochschulen (FH) für sämtliche auf Bundesebene anerkannten Bildungsgänge auf koordinierte Weise den Bachelor ein, der ab diesem Zeitpunkt das Diplomstudium ersetzte.
Die koordinierte Einführung der Masterstudiengänge erfolgte 2008/09. Dadurch wurde das FH-Studium um eine zusätzliche Stufe ergänzt. Wie an den universitären Hochschulen (UH) erfordert ein solcher Masterabschluss 90 bis 120 ECTS-Kreditpunkte. Anders als an den UH hatte es vor der Bologna-Reform an den FH kein entsprechendes Studienangebot gegeben. Es handelt sich somit um einen wichtigen Meilenstein in der Entwicklung dieses Hochschultyps seit seiner Einführung 1997/98.
Zehn Jahre später liegt nun mit der vorliegenden Publikation ein statistisches Porträt des FH-Masters vor. Es gibt Auskunft über die Studierenden, die Eintritte und das Personal und liefert einen Überblick über die Bildungsverläufe und Übergänge der Absolventinnen und Absolventen zwischen dem Masterabschluss und dem Arbeitsmarkteintritt. Zudem wird die Situation auf FH-Bachelor- und auf FH-Masterstufe verglichen. Anhand verschiedener Zeitreihen wird die Entwicklung dieser Bildungsstufen veranschaulicht.
Kennzahlen
Das Angebot an Masterstudiengängen hat sich in den vergangenen zehn Jahren stetig weiterentwickelt. 2017 konnten an den FH in allen Fachbereichen mit Ausnahme der Land- und Forstwirtschaft Masterabschlüsse erlangt werden. Der FH-Master wurde zwar offiziell erst 2008 lanciert, doch an einigen FH wurde er für die Fächer Architektur (ab 2005) und Film (ab 2006) bereits früher eingeführt.
Zwischen 2008 und 2017 haben sich die Eintritte nahezu verdoppelt (+90%), und entsprechend nahmen auch die Bestände und Abschlüsse zu. Die personellen Ressourcen stiegen ebenfalls massiv an (+74% zwischen 2009 und 2016), wobei sich das Wachstum nach der Übergangszeit zwischen 2008 und 2009 etwas abschwächte. Die Vollkosten (siehe Definitionen) nahmen weniger stark zu (+26% zwischen 2010 und 2016), wenn vom Übergangseffekt zwischen 2008 und 2010 abgesehen wird (siehe T1).
Die Zusammensetzung der Bestände blieb im Beobachtungszeitraum hingegen weitgehend stabil: Der Frauenanteil bei den Eintritten betrug zwischen 46% und 49%, der Ausländeranteil zwischen 40% und 44%. Dabei gilt es den grossen Anteil Bildungsausländerinnen und -ausländer (zwischen 37% und 39%) hervorzuheben. Insbesondere im Fachbereich Musik und Künste ist der Ausländeranteil sehr hoch. Da dieser Bereich mehr als ein Drittel des Gesamtbestands ausmacht und einen Ausländeranteil von 60% aufweist, ist der Anteil ausländischer Studierender am Gesamtbestand ebenfalls hoch.
Auch die Zusammensetzung des Personals blieb im Beobachtungszeitraum relativ stabil. Lediglich bei den Lehrkräften (Dozierende mit Führungsverantwortung und übrige Dozierende) war ein leichter Rückgang zu verzeichnen (von 82% im Jahr 2010 auf 76% im Jahr 2016).
Kennzahlen T1
| 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Eintritte, Studierende und Abschlüsse auf FH-Masterstufe | ||||||||||
| Eintritte | 1 997 | 2 665 | 2 640 | 2 583 | 2 882 | 2 903 | 3 115 | 3 455 | 3 587 | 3 793 |
| % Frauen | 47,9 | 46,0 | 48,1 | 48,8 | 47,1 | 48,4 | 49,3 | 46,1 | 49,0 | 46,8 |
| % Ausländer/innen | 42,8 | 42,3 | 44,0 | 42,9 | 41,1 | 43,0 | 42,0 | 40,3 | 40,0 | 40,4 |
| davon Bildungsausländer/innen, in % des Totals | 38,3 | 36,3 | 39,5 | 38,5 | 37,6 | 39,4 | 38,3 | 36,3 | 36,0 | 35,8 |
| Studierende | 2 082 | 4 511 | 5 738 | 6 266 | 6 726 | 7 152 | 7 509 | 8 167 | 8 854 | 9 296 |
| % Frauen | 47,4 | 47,1 | 47,7 | 48,4 | 48,7 | 48,3 | 49,4 | 48,4 | 48,0 | 47,7 |
| % Ausländer/innen | 41,9 | 42,5 | 43,0 | 43,1 | 42,6 | 42,9 | 43,0 | 42,7 | 41,7 | 41,3 |
| davon Bildungsausländer/innen, in % des Totals | 37,2 | 37,0 | 38,0 | 38,6 | 38,7 | 39,3 | 39,5 | 39,1 | 37,9 | 37,3 |
| Masterabschlüsse 1 | 58 | 61 | 1 280 | 1 888 | 2 231 | 2 271 | 2 580 | 2 721 | 2 723 | 3 142 |
| % Frauen | * | * | 49,1 | 47,0 | 46,5 | 51,4 | 47,4 | 48,9 | 51,6 | 47,7 |
| % Ausländer/innen | * | * | 42,0 | 42,6 | 42,5 | 44,5 | 41,4 | 42,4 | 43,9 | 42,4 |
| davon Bildungsausländer/innen, in % des Totals | * | * | 37,8 | 37,5 | 38,2 | 40,6 | 37,9 | 39,1 | 40,8 | 38,7 |
| Personalressourcen für die Ausbildung auf FH-Masterstufe, in VZÄ | ||||||||||
| Total Personalressourcen | 134 | 440 | 525 | 571 | 617 | 693 | 693 | 733 | 764 | - |
| Lehrkörper2 | 100 | 362 | 432 | 462 | 496 | 553 | 523 | 555 | 577 | - |
| Assist. und wiss. Mitarb. | 18 | 49 | 56 | 68 | 80 | 87 | 98 | 96 | 102 | - |
| Direktion, admin-tech. Personal | 17 | 29 | 38 | 42 | 41 | 53 | 73 | 82 | 85 | - |
| Vollkosten 3 für die Grundausbildung auf FH-Masterstufe, in Tausend Franken | ||||||||||
| Gesamtkosten | 44 220 | 130 122 | 201 827 | 214 496 | 208 292 | 220 689 | 231 410 | 239 879 | 253 422 | - |
1Masterabschlüsse: In den Jahren 2008 und 2009 wurden ausschliesslich Masterabschlüsse in Architektur und Film vergeben, da diese Masterstudiengänge als einzige bereits zwischen 2005 und 2008 eingeführt worden waren.
2Lehrkräfte: Dozierende mit Führungsverantwortung und übrige Dozierende
3Zu den Vollkosten gehören die Personalkosten, die übrigen Betriebskosten sowie die Infrastrukturkosten.
-Angaben noch nicht verfügbar
*nicht aussagekräftige Daten
Quellen: BFS – SHIS-studex, SHIS-PERSFIN
© BFS 2018
2 Eintritte und Studierende in FH-Masterstudiengängen
Eintritte
Im Schuljahr 2017/18 registrierten die FH nahezu 3800 Eintritte auf Masterstufe. Mit rund 1150 Immatrikulationen zählte der Fachbereich Wirtschaft und Dienstleistungen die meisten Eintritte, gefolgt von Musik, Theater und andere Künste (1100 Eintritte). Diese beiden Fachbereiche machten 60% aller Eintritte auf Masterstufe aus (siehe T2).
Eintritte auf Stufe Master nach FachbereichT2
| 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Architektur, Bau- und Planungswesen | 74 | 142 | 132 | 168 | 169 | 207 | 177 | 185 | 167 | 191 |
| Technik und IT | 166 | 281 | 242 | 209 | 227 | 258 | 258 | 350 | 349 | 379 |
| Chemie und Life Sciences | 0 | 102 | 78 | 97 | 101 | 112 | 141 | 202 | 164 | 203 |
| Wirtschaft und Dienstleistungen | 324 | 478 | 470 | 563 | 673 | 720 | 761 | 891 | 1 088 | 1 153 |
| Design | 121 | 219 | 232 | 225 | 220 | 225 | 193 | 266 | 251 | 273 |
| Sport | 30 | 0 | 18 | 0 | 39 | 0 | 46 | 0 | 34 | 0 |
| Musik, Theater und andere Künste | 1 188 | 1 228 | 1 177 | 1 082 | 1 154 | 1 046 | 1 167 | 1 137 | 1 098 | 1 100 |
| Angewandte Linguistik | 0 | 35 | 31 | 0 | 23 | 28 | 45 | 41 | 43 | 51 |
| Soziale Arbeit | 61 | 104 | 115 | 105 | 129 | 136 | 119 | 142 | 141 | 153 |
| Angewandte Psychologie | 33 | 67 | 61 | 38 | 65 | 69 | 95 | 103 | 117 | 116 |
| Gesundheit | 0 | 9 | 84 | 96 | 82 | 102 | 113 | 138 | 135 | 174 |
| Total | 1 997 | 2 665 | 2 640 | 2 583 | 2 882 | 2 903 | 3 115 | 3 455 | 3 587 | 3 793 |
Quelle: BFS – SHIS-studex
© BFS 2018
In der Regel haben zwei Drittel der Studienanfängerinnen und -anfänger auf Masterstufe davor einen FH-Bachelorabschluss in der Schweiz erhalten und mehr als ein Viertel hat einen vorangehenden Abschluss im Ausland erworben. Der Anteil der Studienanfängerinnen und -anfänger auf FH-Masterstufe, die in der Schweiz einen anderen Abschluss als einen FH-Bachelor erhalten haben, beläuft sich auf weniger als 10% Die Ergebnisse zu den Übergängen und Verläufen auf Tertiärstufe stammen aus dem Programm «Längsschnittanalysen im Bildungsbereich» (LABB). www.statistik.ch → Statistiken finden → Bildung und Wissenschaft → Übertritte und Verläufe im Bildungsbereich → Auf der Tertiärstufe .
14% der Studierenden mit einem Bachelor von 2014 haben in den zwei Jahren nach ihrem Abschluss ein Masterstudium an einer FH begonnen. Die Übertrittsquote ist bei Männern (16%) höher als bei Frauen (12%). Am grössten sind die Unterschiede bei der Wahrscheinlichkeit eines FH-Masterstudiums auf Ebene der Fachbereiche. Lediglich in den Fachbereichen Musik, Theater und andere Künste (64%) sowie Angewandte Psychologie (59%) fängt die Mehrheit der Absolventinnen und Absolventen eines Bachelorabschlusses innerhalb von zwei Jahren ein FH-Masterstudium an. Die tiefsten Anteile verzeichnen die Fachbereiche Soziale Arbeit (4%) und Gesundheit (3%). In den Fachbereichen mit den grössten Beständen (Wirtschaft und Dienstleistungen sowie Technik und IT) erreicht die Übertrittsquote rund 10%.
Beim Beginn eines FH-Masterstudiengangs sind die Studierenden durchschnittlich 27,6 Jahre alt. Dabei bestehen keine grossen Unterschiede zwischen Männern (27,4 Jahre) und Frauen (27,7 Jahre). Je nach Fachbereich schwankt das Eintrittsalter hingegen stark. Die Studierenden, die einen Master in Sozialer Arbeit oder Angewandter Psychologie beginnen, sind durchschnittlich zwischen 31 und 33 Jahre alt, während Studierende in Technik und IT etwas mehr als 26 Jahre alt sind.
Das Alter beim Mastereintritt ist auch je nach Hochschultyp sehr unterschiedlich. Studienanfängerinnen und -anfänger auf Masterstufe sind an den FH durchschnittlich drei Jahre älter als an den UH (24,8 Jahre) Ein Vergleich mit den Eintritten in ein Masterstudium an den Pädagogischen Hochschulen ist aufgrund des spezifischen Bildungsverlaufs der Masterstudierenden in diesem Hochschultyp nicht möglich. . Die Abweichungen zwischen diesen beiden Hochschultypen lassen sich bereits beim Eintritt ins Bachelorstudium beobachten. Ein erklärender Faktor ist das Alter bei Erhalt des Hochschulzulassungsausweises. Die Berufsmaturität, der wichtigste Zulassungsweg zu einem FH-Studium, wird später erworben als die gymnasiale Maturität, die für ein UH-Studium vorausgesetzt wird. Zudem ist die Wartezeit zwischen dem Erwerb des Zulassungsausweises und dem Studienbeginn bei den Absolventinnen und Absolventen einer Berufsmaturität länger.
Studierende
Im Schuljahr 2017/18 waren an den FH 9296 Masterstudierende immatrikuliert, dies entspricht 5% mehr als im Vorjahr und 12% aller FH-Studierenden. Dieser Bestand nimmt seit Jahren stetig zu. Der Frauenanteil ist im Laufe der Zeit konstant geblieben und belief sich 2017/18 auf 48%. Besonders hoch ist er in den Fachbereichen Gesundheit (81%), Angewandte Linguistik (80%), Angewandte Psychologie (78%) und Soziale Arbeit (74%). Demgegenüber machen die Frauen im Fachbereich Technik und IT weniger als 10% aus (siehe G2). Die gleichen Unterschiede und Trends sind auf Bachelorstufe zu beobachten.
Der Anteil der ausländischen Studierenden hat sich in den letzten zehn Jahren bei gut 40% eingependelt (41% im Schuljahr 2017/18). Im Vergleich zu den anderen Bildungsstufen ist der Anteil der Bildungsausländerinnen und -ausländer Ausländerinnen und Ausländer, die eigens für ein Hochschulstudium in die Schweiz kommen und zum Zeitpunkt des Erwerbs ihres Zulassungsausweises im Ausland wohnhaft waren. besonders hoch. 2017/18 belief er sich auf 37% gegenüber 9% auf Bachelorstufe (siehe G1).
Ein Viertel der Studierenden in Technik und IT stammt aus dem Ausland. In den Fachbereichen Wirtschaft und Dienstleistungen, Architektur, Bau- und Planungswesen sowie Chemie und Life Sciences beläuft sich der Ausländeranteil auf über 30%. In Design sowie Musik, Theater und andere Künste macht er sogar die Mehrheit aus. Bei Letzterem stammen drei von fünf Masterstudierenden aus dem Ausland (siehe G2).
3 FH-Masterabschlüsse und Integration in den Arbeitsmarkt
Abschlüsse
An den FH werden Masterabschlüsse seit 2010 koordiniert vergeben (2010: 1280 Abschlüsse). Seither nimmt die Zahl der Abschlüsse kontinuierlich zu. 2017 belief sie sich auf 3142 Masterdiplome, was einem Anstieg von 15% im Vorjahresvergleich entspricht (siehe T1). Ein Grossteil dieser Abschlüsse ist den Fachbereichen Musik, Theater und andere Künste (40%) sowie Wirtschaft und Dienstleistungen (24%) zuzuordnen. 48% der Masterabschlüsse wurden an Frauen vergeben, 42% an ausländische Studierende. Diese Anteile sind im Laufe der Zeit relativ stabil geblieben, unterscheiden sich jedoch stark je nach Fachbereich.
Die Attraktivität der FH-Masterabschlüsse für Bildungsausländerinnen und -ausländer zeigt sich nicht nur in der Studierendenstatistik, sondern auch in der Statistik der Abschlüsse. 2017 wurden an den FH 39% der Masterdiplome an Studierende vergeben, die eigens für diesen Abschluss in die Schweiz gekommen waren. Am stärksten vertreten waren sie in den Fachbereichen Musik, Theater und andere Künste (60%) sowie Design (47%).
Mehr als drei Viertel der an Bildungsausländerinnen und -ausländer vergebenen Masterdiplome gingen an Personen aus Europa, hauptsächlich aus den Nachbarländern der Schweiz (52%, siehe G3).
FH-Master werden durchschnittlich im Alter von 29,5 Jahren erworben, d.h. 2,5 Jahre später als UH-Master. Die Altersunterschiede zwischen den verschiedenen Fachbereichen beim Masterbeginn bestehen auch beim Abschluss. Die jüngsten FH-Masterabsolventinnen und -absolventen sind im Fachbereich Technik und IT zu finden (28 Jahre). Umgekehrt machen Studierende in den Fachbereichen Gesundheit, Angewandte Psychologie und Soziale Arbeit ihren Master erst mit 34 Jahren oder später. Zwischen Frauen und Männern ist beim Erwerb des Masters kein grosser Altersunterschied festzustellen.
88% der Eintrittskohorte von 2010 haben bis 2016 einen Masterabschluss erworben Die Erfolgsquote wird mittels einer Verlaufsanalyse und nach einer prospektiven Methode berechnet (LABB, BFS). . Die Erfolgsquote bei den FH-Masterabschlüssen ist höher als auf FH-Bachelorstufe (Kohorte von 2009: 82%). Sie unterscheidet sich nur wenig nach Geschlecht, aber stärker nach Fachbereich. Die höchsten Erfolgsquoten sind in den Fachbereichen Gesundheit (95,7%), Angewandte Psychologie (93,8%) sowie Musik, Theater und andere Künste (92,8%) zu beobachten. In den Fachbereichen Design (63,9%), Soziale Arbeit (82,1%) und Sport (84,6%) liegen die Erfolgsquoten hingegen deutlich unter dem Durchschnitt (siehe G4).
Eintritt in den Arbeitsmarkt
In diesem Abschnitt werden die Arbeitslosenquote, das Erwerbseinkommen und die Ausbildungsniveauadäquanz der Absolventinnen und Absolventen von 2016 ein Jahr nach Erwerb ihres FH-Masters betrachtet. Anhand der präsentierten Ergebnisse können der Eintritt in den Arbeitsmarkt und die Erwerbssituation der Absolventinnen und Absolventen eines Masters sowie eines Bachelors, der in den meisten Fachbereichen Im Gegensatz zu anderen FH-Fachbereichen gilt der Bachelor in Musik, Theater und andere Künste oft nicht als anerkannter Abschluss. der anerkannte Abschluss der FH-Ausbildung ist, verglichen werden Die Statistik basiert auf der Schweizerischen Hochschulabsolventenbefragung des BFS. Detailliertere Ergebnisse finden sich unter www.statistik.ch → Statistiken finden → Bildung und Wissenschaft → Eintritt in den Arbeitsmarkt .
Erwerbslosenquote gemäss ILO Internationales Arbeitsamt
Die grosse Mehrheit der FH-Absolventinnen und -Absolventen hat ein Jahr nach Studienabschluss eine Erwerbstätigkeit gefunden. Die Arbeitslosenquote beläuft sich bei den Personen mit Masterabschluss auf 4,2% und ist damit fast gleich hoch wie bei den Personen mit Bachelorabschluss (4,1%). Aus den Abweichungen zwischen den verschiedenen Fachbereichen lässt sich nicht ableiten, ob die Inhaberinnen und Inhaber eines FH-Masters mehr oder weniger Mühe beim Arbeitsmarkteintritt haben als Personen mit einem Bachelor.
Bezüglich der Schwierigkeiten bei der Stellensuche bestehen im Fachbereich Technik und IT signifikante Unterschiede zwischen Personen mit Bachelor- und Masterabschluss (Bachelor: 4,3%; Master: 1,5%; siehe G5). Obwohl Grafik G5 weitere grosse Differenzen zeigt, können diese angesichts der grossen Vertrauensintervalle in den meisten Fachbereichen nicht statistisch validiert werden. Daher müssen diese Ergebnisse mit Vorsicht interpretiert werden.
Erwerbseinkommen
Bezogen auf eine Vollzeitstelle erzielen die FH-Masterabsolventinnen und -absolventen ein Jahr nach ihrem Abschluss ein höheres Bruttomedianeinkommen (81 400 Franken) als die FH-Bachelorabsolventinnen und -absolventen (76 900 Franken). Nach Fachbereichen betrachtet zeigen sich sehr markante Unterschiede zwischen Gesundheit (+21 500 Franken mit Master), Angewandter Linguistik (+13 000 Franken) und Sozialer Arbeit (+12 200 Franken). Es gilt jedoch festzuhalten, dass die Einkommensunterschiede zwischen Bachelor- und Masterabsolventinnen und -absolventen nicht nur auf die Art des Abschlusses, sondern auch darauf, dass Personen mit einem Master bei der Befragung im Durchschnitt älter sind als jene mit einem Bachelor.
Am meisten verdienen die FH-Masterabsolventinnen und -absolventen der Fachbereiche Soziale Arbeit (92 100 Franken) und Gesundheit (91 000 Franken). Ihr Medianeinkommen ist mehr als 25 000 Franken höher als im Fachbereich Design, der sich weit unter dem Durchschnitt platziert. Die Inhaberinnen und Inhaber eines Masters in Musik, Theater und andere Künste haben ebenfalls ein deutlich unterdurchschnittliches Einkommen (siehe T3).
Standardisiertes Erwerbseinkommen1 der FH-Absolvent/innen nach Examensstufe und Fachbereich2 (in Franken pro Jahr)
Stand ein Jahr nach Studienabschluss, Abschlussjahr 2016
T3
| Bachelor | Master | |||
|---|---|---|---|---|
| Median | VK3 | Median | VK3 | |
| Architektur, Bau- und Planungswesen | 72 800 | 0,9 | 78 000 | 2,0 |
| Technik und IT | 81 900 | 0,2 | 85 800 | 1,1 |
| Chemie und Life Sciences | 74 100 | 1,4 | 80 000 | 1,7 |
| Wirtschaft und Dienstleistungen | 78 000 | 0,0 | 87 500 | 1,5 |
| Design | 60 000 | 2,5 | 66 000 | 4,6 |
| Musik, Theater und andere Künste | 62 800 | 4,7 | 70 000 | 2,8 |
| Angewandte Linguistik | 65 000 | 3,8 | 78 000 | 5,4 |
| Soziale Arbeit | 79 900 | 0,4 | 92 100 | 2,1 |
| Gesundheit | 69 500 | 0,5 | 91 000 | 0,7 |
| Total | 76 900 | 0,5 | 81 400 | 0,9 |
1Bruttoerwerbseinkommen für eine Vollzeitstelle
2Fachbereiche mit weniger als 25 Fällen sind nicht enthalten
3Variationskoeffizient
Quelle: BFS – Befragung der Hochschulabsolvent/innen
© BFS 2018
Adäquanz zwischen Tätigkeit und Ausbildungsniveau Die Adäquanz zwischen der beruflichen Tätigkeit und dem Bildungsniveau ist ein Indikator für den erfolgreichen Übertritt von der Hochschule in den Arbeitsmarkt. Die Ausbildungsniveauadäquanz gibt an, ob vom Arbeitgeber ein Hochschulabschluss verlangt wird bzw. Selbstständigerwerbende für die Ausübung ihrer Tätigkeit einen solchen benötigen.
Ein Jahr nach Abschluss besetzen 70% der FH-Masterabsolventinnen und -absolventen eine ihrem Bildungsniveau entsprechende Stelle. Die Adäquanzunterschiede je nach Fachbereich sind sehr markant. 91% der Personen mit einem Master in Architektur, Bau- und Planungswesen haben eine ihrem Bildungsniveau entsprechende Stelle, während es beim Master in Design lediglich 58% sind.
Die Adäquanz zwischen Bildungsniveau und Tätigkeit ist bei den Personen mit einem Master höher als bei jenen mit einem Bachelor (67%). Nach Fachbereichen betrachtet ist dieser Unterschied unter Berücksichtigung der Vertrauensintervalle in Musik, Theater und andere Künste, Technik und IT, Wirtschaft und Dienstleistungen, Chemie und Life Sciences sowie Architektur, Bau- und Planungswesen besonders gross (siehe G6).
4 Personal und Kosten für FH-Masterstudiengänge
Die Einführung des FH-Masterabschlusses fand grösstenteils im Jahr 2008 statt, doch es dauerte zwei Jahre, bis die verfügbaren Ressourcen dem neuen Ausbildungsangebot entsprachen. 2008 und 2009 wurde die Nachfrage der neuen Studierenden untersucht, um bestmöglich darauf reagieren zu können. Die Zeitreihe der Daten zu Personal und Kosten zeigt diese Anpassung zwischen 2008 und 2010 sehr gut: Die Vollzeitäquivalente (VZÄ) des Personals und die Vollkosten haben sich in diesen zwei Jahren verdreifacht (siehe T1). Um diesen «Aufholeffekt» auszublenden, wird lediglich die Entwicklung ab 2010 betrachtet. In diesem Kapitel werden die Fachbereiche Land- und Forstwirtschaft sowie Sport aus Vergleichsgründen ausgeklammert: Im Bereich Landwirtschaft gibt es keinen Master und die Finanzdaten zum Sport fehlen.
Personal
2016 umfasste das gesamte Personal für die FH-Masterstudiengänge 764 VZÄ, wovon 577 (75%) dem Lehrkörper zuzuordnen sind (Dozierende mit Führungsverantwortung und übrige Dozierende). Die Gesamt-VZÄ des Personals entwickelten sich seit 2010 ähnlich wie die Studierenden, nahmen aber weniger stark zu (+47% gegenüber +54%). Die VZÄ des Lehrkörpers erhöhten sich in der gleichen Zeitspanne um 35%. Zum Vergleich: Das gesamte Personal für die FH-Bachelorstudiengänge wuchs in den gleichen Jahren um 17% (Lehrkörper: 13%), während die Zahl der Studierenden einen Anstieg von 23% verzeichnete. Somit lässt sich zwischen den beiden Ausbildungsniveaus über die letzten Jahre hinweg eine Parallele feststellen: Die Personalressourcen, insbesondere beim Lehrkörper, hinken den steigenden Studierendenzahlen hinterher (siehe G7).
Die Mehrheit des Personals für FH-Masterstudiengänge ist im Fachbereich Musik, Theater und andere Künste tätig. 2016 umfasste er 52% der gesamten Personalressourcen sowie 55% des Lehrkörpers, während die Studierenden in diesem Fachbereich 37% des Gesamtbestands auf Masterstufe ausmachten. Auf Bachelorstufe ist die Situation anders, da dieser Fachbereich dort lediglich 11% des Personals und 5% der Studierenden ausmacht. Der FH-Master in Musik, Theater und andere Künste scheint mehr als die anderen FH-Master ein fester Bestandteil der Grundausbildung zu sein: Er umfasst mehr Studierende als der Bachelorstudiengang und die Personalressourcen auf Masterstufe sind höher als in den anderen Fachbereichen. Darüber hinaus beträgt die Übertrittsquote vom Bachelor zum Master 64% (Daten von 2014), eine deutlich höhere Zahl als in den anderen Fachbereichen.
Den zweiten Platz beim Personal belegt der Fachbereich Wirtschaft und Dienstleistungen, jedoch mit einem deutlich tieferen Anteil: 12% des Personals und 25% der Studierenden insgesamt (siehe G8). In den anderen Fachbereichen beläuft sich der Anteil am Total sowohl bei der Anzahl VZÄ des Personals als auch bei den Studierenden auf weniger als 10% und ist in allen Bereichen vergleichbar.
Kosten
Die Vollkosten für die FH-Grundausbildung betrugen 2016 insgesamt 1700 Millionen Franken ohne die Fachbereiche «Land- und Forstwirtschaft» und «Sport» . Davon flossen 253,4 Millionen Franken bzw. 15% der Vollkosten in FH-Masterstudiengänge. Die Entwicklung der Kosten seit 2010 verlief ähnlich wie jene des Personals, wenn auch etwas langsamer. Während die Personalressourcen insgesamt um 47% anstiegen, nahmen die Vollkosten in der gleichen Zeitspanne um 26% zu. Auf Bachelorstufe ist dieser Unterschied noch grösser: Die Vollkosten erhöhten sich lediglich um 2%, während das Gesamtpersonal ein Wachstum von 17% verzeichnete (siehe G9).
Auch hier fliesst ein Grossteil der Kosten in den Fachbereich Musik (53% der Vollkosten insgesamt), ähnlich wie beim Personal. Der Fachbereich Wirtschaft folgt an zweiter Stelle mit einem Anteil von 13% der Vollkosten, was ebenfalls demjenigen des Personals entspricht (siehe G10).
Definitionen
Eintritte
Als Eintritt gilt eine Person, die sich in einem gegebenen Herbstsemester erstmals auf einer bestimmten Studienstufe (Bachelor, Master, Diplom/Lizenziat, Doktorat, universitäre Weiterbildung, Aufbau- und Vertiefungsstudien) eines bestimmten Hochschultyps (universitäre Hochschule, Fachhochschule, pädagogische Hochschule) immatrikuliert. Eine Person kann im Verlauf ihrer Studienbiographie mehrmals als Eintritt auf unterschiedlichen Studienstufen und in unterschiedlichen Hochschultypen erfasst werden. Um die Eintritte auf Stufe Bachelor nicht künstlich zu erhöhen, werden Wechsel «alten» Lizenziats- und Diplomstudiengängen und «neuen» Bachelorstudiengängen nicht als Eintritte gewertet. Dieses Verfahren hat den Vorzug, dass die Summe der Eintritte auf den Stufen Bachelor und Lizenziat/Diplom einen ungefähren Eindruck der Zahl der Studienanfänger/innen vermittelt. «Ungefähr» bleibt die Angabe deshalb, weil nicht bekannt ist, ob sich diese Personen tatsächlich im ersten Studiensemester einschreiben. Haben sie zuvor bereits einen Teil ihres Studiums an einer ausländischen Hochschule absolviert, so gelten sie zwar – im strengen Wortsinn - als Eintritte auf den Stufen Bachelor oder Lizenziat/Diplom, sind aber keine Studienanfänger/innen mehr.
Bildungsherkunft
Bildungsinländer: Als Bildungsinländer gelten alle Personen mit ausländischer Staatsangehörigkeit, die beim Erwerb der Hochschulzulassung ihren Wohnsitz in der Schweiz hatten.
Bildungsausländer: Als Bildungsausländer gelten alle Personen mit ausländischer Staatsangehörigkeit, die im Ausland wohnhaft waren, als sie ihren Hochschulzulassungsausweis erwarben.
Erwerbslosenquote gemäss ILO (= International Labour Office)
Die Erwerbslosenquote gemäss ILO errechnet sich folgendermassen: Anzahl Erwerbslose gemäss ILO/Anzahl Erwerbspersonen x 100.
Erwerbseinkommen
Das nominale Jahreserwerbseinkommen setzt sich aus Einnahmen zusammen, die einer Person aus der Ausübung der entlöhnten oder selbständigen Haupterwerbstätigkeit entstehen. Erfragt werden die jeweiligen Bruttowerte, inklusive 13tes Monatsgehalt.
Standardisiertes Erwerbseinkommen
Um das standardisierte Jahreserwerbseinkommen zu berechnen, wurde das Erwerbseinkommen aus teilzeitlicher Erwerbstätigkeit auf eine Vollzeitanstellung (100%) hochgerechnet.
Ausbildungsniveauadäquanz
Zur Berechnung der Ausbildungsniveauadäquanz wird die Frage «Wurde für Ihre jetzige Haupterwerbstätigkeit von Ihrem Arbeitgeber ein Hochschulabschluss verlangt?» herangezogen.
Die Ausbildungsniveauadäquanz gibt den Anteil der Absolvent/innen an, deren Erwerbstätigkeit einen Hochschulabschluss voraussetzt
FH-Personal
Alle Personen, die im Laufe des Referenzjahres an einer FH beschäftig sind, unabhängig der Dauer und des Status ihrer Anstellung.
FH-Personalkategorien
1. Dozierende mit Führungsverantwortung für eine organisatorische Einheit.
2. Übrige Dozierende.
3. Assistierende und wissenschaftliche Mitarbeitende.
4. Direktionspersonal, administratives Personal und Unterstüzungspersonal.
Lehrkräfte
Dozierende mit Führungsverantwortung und übrige Dozierende.
Vollkosten
Die Vollkosten beinhalten die Personalkosten, die Sachkosten und die kalkulatorische Infrastrukturkosten.
Kalkulatorische Infrastrukturkosten
An den FH wird eine Vollkostenrechnung durchgeführt, die auch Infrastrukturkosten beinhaltet. Infolge unterschiedlicher Rahmenbedingungen bei der Nutzung von Liegenschaften, werden effektive Infrastrukturkosten durch kalkulatorische Infrastrukturkosten ersetzt.