2 Ergebnisse zur Hochschulabsolventen­befragung des Abschlussjahrgangs 2016, Stand ein Jahr nach dem ­Abschluss

2.1 Erwerbslosenquote gemäss ILO

Ein Jahr nach dem Hochschulabschluss hat der Grossteil der Hochschulabsolvent/innen bereits eine Erwerbstätigkeit gefunden. Bei den UH-Masterabsolvent/innen beläuft sich die Erwerbslosenquote gemäss ILO auf 4,8% und bei den FH-Bachelorabsolvent/innen auf 4,1%. Deutlich niedriger fällt die Erwerbslosenquote mit einem Wert von 0,6% bei den PH-Absolvent/innen aus.

Nach Fachbereichsgruppen differenziert lässt sich feststellen, dass UH-Masterabsolvent/innen der Medizin und Pharmazie (1,7%) vergleichsweise selten erwerbslos sind. Die Erwerbslosenquoten der Masterabsolvent/innen anderer Fachbereichsgruppen bewegen sich in einem Bereich von 2,6% (Technische Wissenschaften) bis 6,5% (Geistes- und Sozialwissenschaften).

Die Erwerbslosenquote der FH-Bachelorabsolvent/innen fällt in den Fachbereichen Design (9,2%), Angewandte Psychologie (9,2%) sowie Musik, Theater und andere Künste (9,0%) etwas höher aus als in den anderen Fachbereichen, die sich in einem Bereich von 6,4% (Chemie und Life Sciences) und 1,5% (Gesundheit) bewegt. Aufgrund der Vertrauensintervalle sind die Un­terschiede allerdings oftmals nicht statistisch signifikant und ­müssen mit Vorsicht interpretiert werden.


Vergleich der Erwerbslosenquoten gemäss ILO der Hochschulabsolvent/innen ein Jahr nach dem Abschluss und
der Schweizer Erwerbsbevölkerung

Die nachfolgende Grafik zeigt die Entwicklung der Erwerbs­losenquote der Hochschulabsolvent/innen ein Jahr nach dem Studienabschluss im Vergleich zu derjenigen der Schweizer Erwerbsbevölkerung innerhalb desselben Beobachtungszeitraums. Für den Vergleich mit der Schweizer Erwerbsbevölkerung wurden Hochschulabsolvent/innen mit Wohnsitz im Ausland ausgeschlossen. Die in der Grafik ausgewiesenen Jahreszahlen geben das Erhebungs- und nicht das Abschlussjahr wieder.

Die Erwerbslosenquote der Schweizer Erwerbsbevölkerung sank zwischen den Jahren 2005 und 2007 von 5,1% auf 4,2%, stieg aber 2009 wieder auf 4,8%. Nach einem leichten Rückgang zwischen 2009 und 2011 ist seit 2013 wieder eine steigende Tendenz der Erwerbslosigkeit zu beobachten (2017: 4,8%). Ein für den gesamten Beobachtungszeitraum ähnlicher Verlauf wird für die FH-Bachelorabsolvent/innen registriert. Im Vergleich zur Schweizer Erwerbsbevölkerung waren FH-Bachelorabsolvent/-innen aber zu jedem Beobachtungszeitpunkt seltener von Erwerbslosigkeit betroffen. UH-Masterabsolvent/innen hingegen waren ein Jahr nach dem Studienabschluss bis zum Jahr 2009 häufiger erwerbslos als die Schweizer Erwerbsbevölkerung. Zwischen 2009 und 2011 sank die Erwerbslosenquote der UH-Masterabsolvent/innen jedoch deutlich (–1,7 Prozentpunkte) und näherte sich derjenigen der FH-Bachelorabsolvent/innen an. Seit 2011 ist jedoch wieder ein Anstieg der Erwerbslosenquote bei den UH-Masterabsolvent/innen festzustellen. 2017 belief sich die Erwerbslosigkeit der UH-Masterabsolvent/innen wieder auf demselben Niveau wie bei der Schweizer Erwerbsbevölkerung (4,8%). Die PH-Absolvent/innen waren innerhalb des gesamten Zeitraums deutlich seltener erwerbslos als die UH- und FH-Absolvent/innen und die Schweizer Erwerbsbevölkerung. Nach einem Rückgang der Erwerbslosenquote zwischen 2007 und 2009 von 1,6% auf 0,4%, liegt sie seitdem konstant unter 1%.

2.2 Berufseintrittsquote

Die Berufseintrittsquote der Absolvent/innen verläuft nach Hochschultyp betrachtet sehr unterschiedlich. PH-Absolvent/innen finden besonders schnell und am häufigsten eine geeignete Stelle. Ein Drittel der PH-Absolvent/innen setzt eine Erwerbs­tätigkeit fort, die sie bereits vor dem Abschluss ausgeübt hat. Dieser Befund erklärt sich dadurch, dass im Rahmen der Lehrkräfte­ausbildung oftmals berufsbegleitende Ausbildungen im Sinne von Erweiterungsqualifikationen erfolgen. Schon zwei Monate nach Abschluss liegt die Berufseintrittsquote bei 75%. Zwischen dem sechsten und zwölften Monat nach Studienende steigt die Berufseintrittsquote nur noch leicht von 81% auf 87% an. UH-Master- und FH-Bachelorabsolvent/innen benötigen hingegen mehr Zeit für den Zugang zu einer qualifizierten Stelle. Auch wenn die Berufseintrittsquoten in den ersten zwei Monaten nach dem Studienabschluss ähnlich ausfallen (ca. 40%), finden UH-Masterabsolvent/innen in den darauffolgenden Monaten zu einem ­höheren Ausmass Zugang zu einer qualifizierten Stelle als FH-Bachelorabsolvent/innen. Sechs Monate nach Studien­abschluss belaufen sich die Anteile auf 58% und 51% und nach einem Jahr auf 74% und 61%.

Die Analyse der Berufseintrittsquote nach Fachbereichsgruppe zeigt, dass UH-Masterabsolvent/innen der Medizin und Pharmazie ein Jahr nach Studienabschluss mit 92% am häufigsten eine ihrem Ausbildungsniveau entsprechende Stelle einnehmen, obwohl ihre Berufseintrittsquote in den ersten drei Monaten unterdurchschnittlich verläuft. Im Vergleich zu allen anderen Fachbereichsgruppen fallen die Berufseintrittsquoten der Fachbereichsgruppen Geistes- und Sozialwissenschaften, Interdisziplinäre und andere, Exakte und Naturwissenschaften sowie Recht am niedrigsten aus. Ein Jahr nach dem Studienabschluss üben weniger als 73% der Absolvent/innen dieser vier Fachbereichsgruppen eine qualifizierte Erwerbstätigkeit aus. Absolvent/innen der Wirtschaftswissenschaften setzen am häufigsten eine Erwerbstätigkeit fort, die sie bereits vor dem Abschluss ausgeübt haben. Sie finden zudem innerhalb der ersten vier Monate nach dem Studienabschluss deutlich schneller Erwerbstätigkeiten, die ihrem Ausbildungsniveau entsprechen, als Absolvent/innen anderer Fachbereichsgruppen. Absolvent/innen der Technischen Wissenschaften holen nach etwa 6 Monaten deutlich auf und in den Folgemonaten bewegen sich die Berufseintrittsquote der Absolvent/innen der Technischen Wissenschaften und Wirtschaftswissenschaften auf einem vergleichbaren Niveau.

Bei den FH-Bachelorabsolvent/innen können zwölf Monate nach Studienende die höchsten Berufseintrittsquoten in den Fachbereichen Gesundheit (78%), Architektur, Bau- und Planungswesen (75%) sowie Soziale Arbeit (74%) beobachtet ­werden. Personen mit diesen Abschlüssen finden besonders schnell und zu einem hohen Ausmass eine geeignete Stelle. Umgekehrt haben Absolvent/innen einer künstlerischen Fachdisziplin wie Design oder Musik, Theater und andere Künste mehr Schwierigkeiten, eine Stelle zu finden, die ihren Qualifikationen entspricht. Von den Personen mit einem Abschluss in Musik, Theater und andere Künste gehen zwölf Monate nach Studien­ende lediglich 30% einer qualifizierten Tätigkeit nach. An dieser Stelle sei aber darauf hingewiesen, dass für den Grossteil der Absolvent/innen des Fachbereichs Musik, Theater und andere Künste der Bachelorabschluss nur einen Zwischenschritt darstellt und sie mehrheitlich ihr Masterstudium fortsetzen.

Weiterhin lässt sich feststellen, dass 28% der Absolvent/innen des Fachbereichs Soziale Arbeit und 22% des Fachbereichs Angewandte Psychologie eine Erwerbstätigkeit fortsetzen, die bereits vor dem Abschluss ausgeübt wurde, während bei Absolvent/innen anderer Fachbereiche der Anteil unter 10% liegt. Dies ist möglicherweise darauf zurückzuführen, dass Absolvent/innen der Sozialen Arbeit und Angewandten Psychologie überdurchschnittlich häufig berufsbegleitend studieren.

2.3 Berufliche Stellung

Unabhängig vom Hochschultyp nehmen Absolvent/innen ein Jahr nach dem Hochschulabschluss am häufigsten Anstellungen ohne Führungsfunktion ein. Bei den UH-Master- und FH-Bachelorabsolvent/innen belaufen sich die Anteile auf 56% und 70%. Bei den PH-Absolvent/innen beträgt der Anteil sogar 96%.

Ein Jahr nach dem Hochschulabschluss übt etwas mehr als jede/r zehnte UH-Masterabsolvent/in eine Führungsfunktion aus. Bei den FH-Bachelorabsolvent/innen fällt der Anteil mit 21% etwas höher aus. UH-Masterabsolvent/innen weisen hingegen einen höheren Anteil an Assistierenden und Doktorierenden (16%) und Praktikant/innen (14%) auf. Die Absolvent/innen mit einem FH- oder PH-Abschluss sind lediglich zu 5% respektive unter 1% als Praktikant/innen angestellt. Anstellungen als Assistierende und Doktorierende erweisen sich mit einem Anteil von 1% ebenfalls als sehr selten.

Hinsichtlich der beruflichen Stellung der UH-Masterabsolvent/innen lassen sich einige fachspezifische Besonderheiten ausmachen. Die Fachbereichsgruppe Recht unterscheidet sich von anderen Fachbereichsgruppen durch eine ausserordentlich hohe Praktikantenquote (57%). Dieser Befund lässt sich dadurch ­erklären, dass Praktika ein integraler Bestandteil der weiterführenden Ausbildung von Masterabsolvent/innen zum Anwalts- oder Notarberuf sind.


Masterabsolvent/innen der Exakten und Naturwissenschaften sind hingegen häufig als Assistierende und Doktorierende an Hochschulen (37%) angestellt. Masterabsolvent/innen der Me­dizin und Pharmazie waren zudem am häufigsten als Angestellte ohne Führungsfunktion (78%) beschäftigt, was darauf zurück­zuführen ist, dass Assistenzärzte/-ärztinnen dieser Kategorie zugeordnet werden. Besonders stark ausgeprägt ist der Führungsanteil in den Fachbereichsgruppen Wirtschaftswissenschaften (24%) und Technische Wissenschaften (18%). Eine selbstständige Erwerbstätigkeit wählen relativ wenige UH-Masterabsolvent/-innen. Ein Jahr nach dem Hochschulabschluss übersteigt der Anteil in keiner Fachbereichsgruppe die 4%-Marke.

FH-Absolvent/innen aller Fachbereiche sind am häufigsten als Angestellte ohne Führungsfunktion beschäftigt. Die ­Anteile unterscheiden sich zwischen den Fachbereichen aber zum Teil sehr deutlich und bewegen sich in einem Bereich von 45% (Design) bis 93% (Gesundheit). Der höchste Anteil an Führungspositionen lässt sich im Fachbereich Architektur, Bau- und Planungswesen (31%) beobachten. Absolvent/innen der Gesundheit (6%), Angewandten Linguistik (7%) sowie Musik, Theater und andere Künste (10%) weisen hingegen die niedrigsten Anteile an Führungspositionen auf. Die Fachbereiche Design (22%) sowie Musik, Theater und andere Künste (24%) grenzen sich von den anderen Fachbereichen zudem durch deutlich höhere Anteile an Selbstständigen ab.

2.4 Befristete Arbeitsverhältnisse

Ein Jahr nach dem Hochschulabschluss ist beinahe die Hälfte der UH-Masterabsolvent/innen befristet angestellt. Der beachtliche Anteil befristeter Anstellungen von UH-Masterabsolvent/innen hängt mit unter damit zusammen, dass sie häufig Praktikums- oder Doktorandenstellen einnehmen, die zu etwa 80% bis 90% befristet sind. Von den FH-Bachelorabsolvent/innen nehmen ­lediglich 14% eine befristete Anstellung ein, während sich der Anteil bei den PH-Absolvent/innen auf 21% beläuft.

Masterabsolvent/innen der Medizin und Pharmazie (69%) und Rechtswissenschaften (66%) weisen den höchsten Anteil an befristeten Anstellungen auf, was im Zusammenhang mit deren berufsorientierten Aus- und Weiterbildungen (Advokatur, Notariat, Facharzt etc.) nach dem Studienabschluss zu betrachten ist. Der ebenfalls ausgeprägte Befristungsanteil in den Exakten und Naturwissenschaften (60%) kann mitunter darauf zurückgeführt werden, dass 38% als Assistierende oder Doktorierende an einer Hochschule angestellt sind (siehe Berufliche Stellung).

Einen für FH-Bachelorabsolvent/innen überdurchschnittlichen Befristungsanteil zwischen 35 und 28% weisen Absolvent/innen der Fachbereiche Design, Chemie und Life Sciences, Musik, Theater und andere Künste, Land- und Forstwirtschaft sowie Angewandte Linguistik auf. Die Absolvent/innen der Fachbereiche Architektur, Bau- und Planungswesen (7%), Gesundheit (8%) und Soziale Arbeit (10%) weisen hingegen nur selten befristete Anstellungsverhältnisse auf.


2.5 Beschäftigungsgrad

FH-Bachelorabsolvent/innen arbeiten ein Jahr nach dem Hochschulabschluss im Rahmen ihrer Haupterwerbstätigkeit zu 27% und UH-Masterabsolvent/innen zu 29% Teilzeit. Bei PH-Absolvent/innen erreicht der Anteil sogar ein Niveau von 50%.

Zwischen den Fachbereichsgruppen der UH und Fachbereichen der FH sind deutliche Unterschiede im Ausmass an Teilzeit­arbeit auszumachen. Die höchsten Anteile auf Seiten der UH verzeichnen Masterabsolvent/innen der Fachbereichsgruppen Geistes- und Sozialwissenschaften (56%) sowie Interdisziplinäre













und Andere (54%). Im Vergleich dazu sind Absolvent/innen der Medizin und Pharmazie (18%), der Wirtschaftswissenschaften (11%) sowie der Technischen Wissenschaften (10%) nur selten Teilzeit erwerbstätig.

Auf Seiten der Fachhochschulen arbeiten Bachelorabsolvent/-innen der Fachbereiche Soziale Arbeit (72%) sowie Musik, ­Theater und andere Künste (67%) besonders häufig Teilzeit im ­Rahmen ihrer Haupterwerbstätigkeit. Demgegenüber üben Bachelorabsolvent/innen der Fachbereiche Technik und IT (9%), Architektur, Bau- und Planungswesen (11%) sowie Wirtschaft und Dienstleistungen (14%) relativ selten eine Teilzeiterwerbstätigkeit aus.

In der Schweiz ist Teilzeiterwerbstätigkeit bei Frauen weiter verbreitet als bei Männern. Auch für die Hochschulabsolvent/­-innen zeigen sich unabhängig vom Hochschultyp starke geschlechtsspezifische Unterschiede: Hochschulabsolventinnen arbeiteten häufiger Teilzeit als ihre männlichen Kollegen. Die Unterschiede reichen von 8 Prozentpunkten bei den PH-Absolvent/innen zu 14 respektive 20 Prozentpunkten bei den UH-Master- und FH-Bachelorabsolvent/innen.

Die geschlechtsspezifischen Unterschiede bleiben auch unter Berücksichtigung der Fachbereichsgruppen und Fachbereiche bestehen, nehmen jedoch in den meisten Fällen an Stärke ab. UH-Masterabsolventinnen der Fachbereichsgruppen Medizin und Pharmazie sowie Exakte und Naturwissenschaften sind zu 11 respektive 10 Prozentpunkte häufiger Teilzeit erwerbstätig als Absolventen. In den anderen Fachbereichsgruppen fallen die geschlechtsspezifischen Differenzen geringer aus.

Auch bei den FH-Bachelorabsolvent/innen verringern sich die geschlechtsspezifischen Differenzen bei Einbezug der Fach­bereiche. Absolventinnen der Fachbereiche Musik, Theater und andere Künste (+26 Prozentpunkte), Land- und Forstwirtschaft (+15 Prozentpunkte), Gesundheit (+10 Prozentpunkte), Wirtschaft und Dienstleistungen (+9 Prozentpunkte) sowie Technik und IT (+8 Prozentpunkte) arbeiten signifikant häufiger Teilzeit als ­Männer.

Anteil Teilzeit erwerbstätiger UH-Masterabsolvent/innen nach Fachbereichsgruppe und Geschlecht

Stand ein Jahr nach Studienabschluss, Abschlussjahr 2016

Männer Frauen
% +/– % +/–
Geistes- + Sozialwissenschaften  51,1 3,1 57,9 1,7
Wirtschaftswissenschaften  11,0 1,7 10,7 2,1
Recht  20,0 3,0 25,8 2,4
Exakte + Naturwissenschaften  26,1 2,2 35,9 2,6
Medizin + Pharmazie  11,2 2,5 22,5 2,2
Technische Wissenschaften  8,9 1,4 12,8 2,3
Interdisziplinäre + andere  58,8 6,8 49,8 5,9

+/– gibt die Spannweite des 95%-Vertrauensintervalls an.

Quelle: BFS – Befragung der Hochschulabsolvent/innen

© BFS 2018

Anteil Teilzeit erwerbstätiger FH-Bachelorabsolvent/innen nach Fachbereich und Geschlecht

Stand ein Jahr nach Studienabschluss, Abschlussjahr 2016

Männer Frauen
% +/– % +/–
Architektur, Bau- und Planungswesen 10,8 2,3 12,4 3,7
Technik und IT 8,7 1,1 16,3 4,1
Chemie und Life Sciences 21,4 5,0 19,6 4,3
Land- und Forstwirtschaft 26,9 9,0 41,9 10,2
Wirtschaft und Dienstleistungen 9,2 1,5 18,4 1,7
Design 46,5 7,9 51,4 5,2
Musik, Theater und andere Künste 51,0 13,5 76,6 7,9
Soziale Arbeit 68,2 4,6 73,3 2,2
Gesundheit 19,8 4,5 30,2 1,8

Hinweis: Die Fachbereiche Angewandte Linguistik, Angewandte Psychologie und Sport werden aufgrund zu geringer Fallzahlen nicht ausgewiesen.
+/– gibt die Spannweite des 95%-Vertrauensintervalls an.

Quelle: BFS – Befragung der Hochschulabsolvent/innen

© BFS 2018

2.6 Gründe für Teilzeitarbeit

Gesamthaft betrachtet entscheiden sich ein Jahr nach dem Hochschulabschluss Absolvent/innen prioritär für eine Teil­zeit­erwerbstätigkeit, weil sie sich ihren privaten Interessen (42%) widmen möchten. Mit etwa 26% folgen arbeitsmarktseitige Beschränkungen, wie das knappe Angebot an Vollzeitstellen in bestimmten Branchen oder generelle Schwierigkeiten, eine Vollzeitstelle zu finden.

UH-Masterabsolvent/innen gehen am häufigsten einer Teilzeit­erwerbstätigkeit nach, weil sie Zeit für ihre persönlichen Interessen benötigen (32%), keine Vollzeitbeschäftigung gefunden haben (29%), am Doktorat arbeiten (23%) oder eine Aus-/Weiterbildung (26%) absolvieren oder weil Vollzeitstellen in ihrem Bereich relativ selten sind (19%).

Für FH-Bachelorabsolvent/innen ist der Wunsch, Zeit für persönliche Interessen zu haben (54%), das mit Abstand wichtigste Motiv für Teilzeiterwerbstätigkeit. Weitere bedeutende Gründe bestehen darin, dass Vollzeitstellen relativ selten sind (32%), keine Vollzeitstelle gefunden (23%) oder Zeit für anderweitige Aktivitäten, wie Kinder und/oder Haushalt (17%) oder eine Aus-/Weiterbildung (12%), benötigt wurde.

PH-Absolvent/innen arbeiten ebenfalls grösstenteils Teilzeit, weil sie Zeit für ihre persönlichen Interessen benötigten (47%). 31% von ihnen haben sich für eine Teilzeiterwerbstätigkeit entschieden, um sich um Kinder oder Haushalt zu kümmern. Zudem geben 29% an, dass Vollzeitstellen in ihrem Bereich relativ selten sind, 22% haben aus anderweitigen Gründen keine Vollzeitstelle gefunden und 9% verfolgen eine Aus-/Weiterbildung.

Männer und Frauen unterscheiden sich zum Teil deutlich in ihren Gründen für Teilzeiterwerbstätigkeit. Die stärksten geschlechtsspezifischen Unterschiede weisen UH-Masterabsolventinnen und -absolventen auf. Während Männer mit einem UH-Masterabschluss häufiger wegen eines Doktorats oder einer wissenschaftlichen Weiterqualifizierung (31%) Teilzeit arbeiten, ist dieser Grund nur für 19% der Frauen massgebend. Bei den FH- und PH-Absolvent/innen ist bei den Männern der Wunsch nach Teilzeitarbeit aufgrund persönlicher Interessen stärker ausgeprägt als bei den Frauen. Zudem arbeiten Frauen mit einem FH- oder PH-Abschluss häufiger Teilzeit als Männer, da das Angebot an Vollzeitstellen in ihrer Branche knapp ist. Bei den Frauen mit einem PH-Lehrdiplom sind zudem familiäre Gründe (33%) ausschlaggebender für Teilzeitarbeit als bei den Männern (24).


Gründe für Teiltzeiterwerbstätigkeit von Hochschulabsolvent/innen nach Hochschultyp und Geschlecht (in %)

Stand ein Jahr nach Studienabschluss, Abschlussjahr 2016

Bachelor FH Master UH Lehrdiplome PH
Männer Frauen Männer Frauen Männer Frauen
% +/– % +/– % +/– % +/– % +/– % +/–
Kinderbetreuung und/oder Haushalt 15,2 2,6 18,1 1,6 4,8 1,2 10,5 1,1 23,7 3,3 32,7 1,7
Wunsch nach mehr Zeit für persönliche Interessen 59,8 3,6 51,9 2,0 31,9 2,5 31,6 1,7 54,2 4,0 45,3 1,8
Aus- bzw. Weiterbildung 12,4 2,3 11,8 1,3 24,6 2,3 27,0 1,6 12,5 2,7 7,5 1,0
Mangel an Vollzeitstellen in der Branche 26,9 3,2 33,9 1,9 15,4 2,0 20,3 1,4 23,6 3,4 29,8 1,6
keine Vollzeitstelle gefunden 18,3 2,8 24,7 1,8 25,8 2,4 30,4 1,7 27,3 3,6 20,1 1,4
gesundheitliche Probleme 2,8 1,3 2,4 0,6 1,1 0,6 1,6 0,4 2,3 1,1 2,6 0,6
aufgrund meiner selbstständigen Erwerbstätigkeit 5,9 1,8 3,8 0,9 1,4 0,7 2,2 0,6 1,6 1,0 1,6 0,4
Doktorat/Weiterentwicklung der wissenschaftlichen Qualifikationen ... ... ... ... 31,2 2,6 19,1 1,5 1,4 1,7 0,9 0,6

...: Zu dem Item nicht befragt.
+/– gibt die Spannweite des 95%-Vertrauensintervalls an.

Quelle: BFS – Befragung der Hochschulabsolvent/innen

© BFS 2018

2.7 Unter- und Überbeschäftigung

Die Mehrheit der Hochschulabsolvent/innen ist mit ihrem Beschäftigungsausmass zufrieden. Als unterbeschäftigt erachten sich 12% der PH-Absolvent/innen, 8% der UH-Master- und 6% der FH-Bachelorabsolvent/innen. Mit Ausnahme der PH-Absolvent/-innen (7%) gab mehr als jede/r zehnte Absolvent/in an, das ­eigene Arbeitspensum reduzieren zu wollen (Überbeschäftigung).

Der Anteil der angemessen beschäftigten Absolvent/innen streut je nach Fachbereichsgruppe von 71% bis 88%. UH-Masterabsolvent/innen der Wirtschaftswissenschaften (88%) und der Technischen Wissenschaften (85%) erachten sich am häufigsten als angemessen beschäftigt. Absolvent/innen der Fachbereichsgruppen Geistes- und Sozialwissenschaften (71%) sowie Interdisziplinäre und andere (73%) sind am seltensten mit ihrem Beschäftigungsgrad zufrieden. Während in den Fachbereichsgruppen Interdisziplinäre und andere sowie Geistes- und Sozialwissenschaften die Anteile der Unterbeschäftigung (jeweils 17%) höher ausfallen als die Anteile der Überbeschäftigung (10% resp. 12%), erweist sich in den restlichen Fachbereichsgruppen Überbeschäftigung eher als Ursache für die Unzufriedenheit.

Bei den FH-Bachelorabsolvent/innen fällt der Anteil an Unterbeschäftigung bei den Fachbereichen Soziale Arbeit (14%) sowie Musik, Theater und andere Künste (17%) am höchsten aus. Im Gegensatz dazu äussern nur sehr wenige Absolvent/innen der Fachbereiche Architektur, Bau- und Planungswesen (1%), Land- und Forstwirtschaft (2%), Technik und IT (2%) sowie Wirtschaft und Dienstleistungen (4%) den Wunsch nach einer Erhöhung ­ihres Beschäftigungsgrads. Der Anteil überbeschäftigter FH-­Bachelorabsolvent/innen fällt in den Fachbereichen Land- und Forstwirtschaft (27%), Design (20%) sowie Chemie und Life ­Sciences (17%) im Vergleich zum Durchschnitt signifikant höher aus.

2.8 Erwerbseinkommen

Bezogen auf eine Vollzeitstelle erzielen UH-Master- und FH-Bachelorabsolvent/innen ein Jahr nach dem Hochschulabschluss ein mittleres Erwerbseinkommen in vergleichbarer Höhe (76 000 bzw. 77 000 Franken), während dasjenige von PH-Absolvent/innen um etwa 10 000 Franken höher ausfällt (86 000 Franken). Von den PH-Absolvent/innen verzeichnen ­diejenigen der Lehrkräfteausbildung auf Sekundarstufe II (101 000 Franken) sowie der Sonderpädagogik (100 000 Franken) ein um etwa 10 000 Franken höheres Erwerbseinkommen als diejenigen der Sekundarstufe I (91 000 Franken). Noch ­höher fällt die Differenz im Vergleich zu den Lehrkräften auf der Vorschul- und Primarstufe aus, die mit 78 000 Franken ein um etwa 20 000 Franken niedrigeres Erwerbseinkommen erzielen. Die Einkommensunterschiede zwischen den Studiengängen erklären sich unter anderem auch durch das Alter und die Berufserfahrung der PH-Absolvent/innen. Die Ausbildung der Lehrkräfte für die Sekundarstufe II und die Sonderpädagogik setzt bereits ein abgeschlossenes UH- oder PH-Studium voraus, was dazu führt, dass sie beim Eintritt in den Arbeitsmarkt bereits älter als PH-Absolvent/innen der Sekundarstufe I und der Vorschul- und Primarstufe sind. Der Studiengang Sonderpädagogik kann zudem oftmals berufsbegleitend absolviert werden, sodass die Absol­vent/innen bei Studienabschluss bereits über eine mehrjährige Berufserfahrung verfügen.

Auch bei den UH-Masterabsolvent/innen variiert das Erwerbseinkommen zwischen den Fachbereichsgruppen. ­Während sich den Absolvent/innen der Medizin und Pharmazie sowie der Wirtschaftswissenschaften Einkommenschancen von 85 000 Franken bzw. 84 000 Franken eröffnen, fallen diese in den Rechtswissenschaften um etwa ein Drittel niedriger aus. Das im Vergleich zu den anderen Fachbereichsgruppen tiefere Erwerbseinkommen der Absolvent/innen der Rechts­wissenschaften hat seine Ursache grossteils in der Absolvierung eines Anwalts­praktikums nach dem Studium. Praktikantinnen und Praktikanten erzielen vergleichsweise niedrige Erwerbseinkommen.

Bei den FH-Bachelorabsolvent/innen sind die Einkommens­unterschiede zwischen den Fachbereichen noch stärker aus­­ge­prägt. Ein Jahr nach dem Hochschulabschluss verbu­chen die Absolvent/innen der Fachbereiche Technik und IT (82 000 Fran-ken) die höchsten Erwerbseinkommen, während dasjenige der Absolvent/innen künstlerischer Disziplinen deutlich niedriger ausfällt. So beträgt das mittlere Erwerbseinkommen für eine Vollzeitstelle im Fachbereich Design 60 000 Franken. Mit 63 000 Franken fällt es für Absolvent/innen des Fachbereichs Musik, Theater und andere Künste nur geringfügig höher aus. An dieser Stelle sei jedoch erwähnt, dass der Bachelorabschluss in Musik, Theater und andere Künste oftmals nicht berufsbefähigend ist und die Absolvent/innen grossteils erst mit einem Master­abschluss ins Berufsleben eintreten.